Deutsche Tageszeitung - Amazon, Berkshire und JPMorgan scheitern mit Projekt zur Gesundheitsvorsorge

Amazon, Berkshire und JPMorgan scheitern mit Projekt zur Gesundheitsvorsorge


Amazon, Berkshire und JPMorgan scheitern mit Projekt zur Gesundheitsvorsorge
Amazon, Berkshire und JPMorgan scheitern mit Projekt zur Gesundheitsvorsorge / Foto: ©

Einfacher und billiger sollte es werden: Nur drei Jahre nach dem Start geben der Onlineriese Amazon, die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway und die Großbank JPMorgan ihr gemeinsames Projekt zur Senkung der Gesundheitskosten für ihre US-Mitarbeiter wieder auf. Die gemeinnützige Organisation Haven teilte am Montag auf ihrer Website mit, dass das ehrgeizige Projekt Ende Februar eingestellt wird.

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Das Scheitern von Haven gilt als Niederlage für die drei großen US-Unternehmen, sich den Problemen des Gesundheitswesens in der größten Volkswirtschaft der Welt zu stellen. Haven machte auf auf AFP-Anfrage keine weiteren Angaben zu den Gründen. Die Unternehmen würden planen, "weiterhin informell zusammenzuarbeiten, um Programme zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer eigenen Mitarbeiter zugeschnitten sind", hieß es lediglich dazu.

"Wir sind stolz auf die Fortschritte, die das Haven-Team bei der Erforschung einer breiten Palette von Gesundheitslösungen gemacht hat", sagte Jamie Dimon, Geschäftsführer von JPMorgan Chase, in einer Mitteilung an die Mitarbeiter.

Die drei US-Firmen hatten im Januar 2018 angekündigt, mit Haven ein gemeinnütziges Gesundheitsprojekt zu schaffen, um "US-Mitarbeitern und ihren Familien eine vereinfachte, qualitativ hochwertige und transparente Gesundheitsversorgung zu angemessenen Kosten zu bieten". Die Firmenchefs Dimon, Jeff Bezos und Warren Buffett wollten neue Wege in der Gesundheitsbranche gehen, indem sie die kombinierten Daten, Technologien, Kaufkraft und Kundenkontakte der Unternehmen nutzen, um die Versorgung zu verbessern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Damals hieß es, mindestens eine Million Arbeiter könnten von dem Projekt profitieren.

Das Gesundheitswesen in den USA stellt Arbeitnehmer und Arbeitgeber seit jeher vor Herausforderungen: Das Land ist die einzige große Volkswirtschaft der Welt, die ihren Bürgern keine flächendeckende medizinische Versorgung bietet. Die Kosten steigen seit Jahren und machten laut des Centers for Medicare & Medicaid Services im Jahr 2019 17,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Etwa die Hälfte der US-Bürger ist über ihren Arbeitgeber versichert, während der Rest auf staatliche Unterstützung angewiesen oder unversichert ist, heißt es in den Daten des gemeinnützigen Unternehmens Kaiser Family Foundation.

Die Eindämmung der Gesundheitskosten war bereits eine Priorität mehrerer Präsidenten. Präsident Barack Obama führte die Gesundheitsreform "Obamacare" ein, die der designierte Präsident Joe Biden nun ausbauen will. "Obamacare" ermöglichte mehr als 20 Millionen Bürgern Zugang zu einer Krankenversicherung. Der derzeitige Amtsinhaber Donald Trump hatte erfolglos versucht, die Reform gänzlich zu kippen. Dennoch schaffte er es, Teile von "Obamacare" auszuhebeln und unter anderem die Versicherungspflicht wieder aufzuheben.

Die drei Firmen schlossen sich als Reaktion auf die Demontage von "Obamacare" und die Explosion der Krankenversicherungsausgaben zusammen. Mit Haven sollte das Projekt zunächst für die eigenen Mitarbeiter gelten; die Verantwortlichen zogen jedoch in Erwägung, es möglicherweise auf alle Bürger auszuweiten.

(N.Loginovsky--DTZ)

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