Deutsche Tageszeitung - Viele Getränkeproduzenten erfüllen Mehrwegquote nicht

Viele Getränkeproduzenten erfüllen Mehrwegquote nicht


Viele Getränkeproduzenten erfüllen Mehrwegquote nicht
Viele Getränkeproduzenten erfüllen Mehrwegquote nicht / Foto: ©

Die meisten deutschen Supermarktketten sowie zahlreiche Getränkehersteller unterschreiten nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die vorgesehene Mehrwegquote mit ihrem Angebot deutlich. Von 37 befragten Unternehmen gaben lediglich die Kette Real sowie die Brauereien Radeberger und Bitburger an, die im Verpackungsgesetz vorgesehene Mehrwegquote von 70 Prozent bei Getränkeverpackungen zu erfüllen, wie die DUH am Mittwoch nach Auswertung ihrer Umfrageergebnisse mitteilte.
 
Die Discounter Aldi und Lidl verkaufen demnach ausschließlich Getränke in Einwegverpackungen. "Sie sind hauptverantwortlich für die milliardenfache Inverkehrbringung von Einweg-Plastikflaschen", kritisierte die DUH. Coca-Cola gab den Angaben zufolge einen Mehrweganteil von knapp 39 Prozent an; Nestlé verkauft nur 13 Prozent seiner stillen Mineralwässer in Mehrwegflaschen. Die Händler Edeka, Kaufland und Netto wiesen in der Umfrage jeweils einen Mehrweg-Anteil von rund 50 Prozent aus.
 
Die Umwelthilfe betonte, eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen - zusätzlich zum Einwegpfand - sei "das wirksamste Mittel", um die Quote durchzusetzen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) "muss sich fragen lassen, ob sie den umweltpolitischen Takt vorgibt oder Konzerne, die auf Kosten der Umwelt und Gesellschaft mit Einweg-Plastikverpackungen möglichst viel Geld verdienen wollen", erklärte die stellvertretende DUH-Geschäftsführerin Barbara Metz.
 
Seit 2019 ist im Verpackungsgesetz das Ziel verankert, dass 70 Prozent aller Getränke in Mehrwegverpackungen verkauft werden - davon ist Deutschland weit entfernt. Das Umweltbundesamt (UBA) verzeichnete noch für das Jahr 2018 eine leichte Zunahme der Einwegverpackungen und eine Mehrwegquote von lediglich rund 41 Prozent.  (W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Studie: Investitionen in deutsche Startups im ersten Halbjahr weiter gestiegen

Die Investitionen in Startups aus Deutschland sind im ersten Halbjahr einer Studie zufolge weiter gestiegen. In den vergangenen sechs Monaten erhielten Jungunternehmen knapp 5,3 Milliarden Euro, wie die Beratungsgesellschaft EY am Mittwoch mitteilte. Das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damals hatten Startups etwa 4,6 Milliarden Euro an Risikokapital gesammelt.

Mehrheit der Rentnerinnen erhält gesetzliche Altersbezüge unter Armutsgrenze

Mehr als 60 Prozent der Rentnerinnen in Deutschland erhielten 2025 gesetzliche Altersbezüge unterhalb der Armutsgrenze. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch in Berlin vorlag. Bei Frauen waren dies demnach 60,9 Prozent, bei Männern 27,8 Prozent.

SPD-Generalsekretär Klüssendorf bringt zusätzliche Schuldenaufnahme ins Spiel

Wegen der angespannten Haushaltslage und der erneuten Eskalation im Iran-Krieg hat SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf eine zusätzliche Schuldenaufnahme ins Spiel gebracht. "Wir müssen angesichts der Kriege um uns herum zumindest in Erwägung ziehen, höhere Haushaltsspielräume nutzen zu können", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe). "Das ist eine Frage von Verantwortungsbewusstsein, wenn wir sonst Gefahr laufen, dass es unsere Gesellschaft zerreißt."

Trump will in zwei Jahren Generika-Medikamente mit 100 Prozent Zoll belegen

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, in zwei Jahren Generika-Medikamente aus dem Ausland mit 100 Prozent Zoll belegen zu wollen. Zunächst sollten Generika noch zollfrei in die USA kommen können, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Ab August 2028 aber sollten sie für ein Jahr mit 100 Prozent Zoll belegt werden - und danach sogar mit 200 Prozent.