Deutsche Tageszeitung - Washington drängt Australien zur Aufgabe von geplantem Online-Mediengesetz

Washington drängt Australien zur Aufgabe von geplantem Online-Mediengesetz


Washington drängt Australien zur Aufgabe von geplantem Online-Mediengesetz
Washington drängt Australien zur Aufgabe von geplantem Online-Mediengesetz / Foto: ©

Die US-Regierung hat Australien zur Aufgabe eines geplanten Online-Mediengesetzes gedrängt, das die Internetriesen Google und Facebook dazu verpflichten würde, für die Verbreitung journalistischer Inhalte zu bezahlen. Ein solches Gesetz hätte "langfristige negative Folgen" für Verbraucher und Unternehmen, warnte das Büro des US-Handelsbeauftragten in einem Brief an den australischen Senat. Der Gesetzentwurf ziele "ausschließlich" auf zwei US-Firmen ab, ohne dass diesen Verstöße gegen geltendes australisches Recht nachgewiesen worden sei.

Textgröße ändern:

Australien will Google und Facebook dazu zwingen, australischen Medienhäusern Nutzungsgebühren für die Verbreitung von deren journalistischen Inhalten zu zahlen. Ein entsprechender Gesetzentwurf sieht bei Verstößen Geldbußen in Millionenhöhe vor. Auf diese Weise soll ein Teil der Werbeeinnahmen der US-Online-Riesen an die klassischen Medien weitergereicht werden.

Die US-Regierung sei "besorgt, dass der Versuch, die kompetitiven Positionen bestimmter Akteure auf dem schnelllebigen Digitalmarkt gesetzgeberisch zum klaren Nachteil von zwei US-Firmen zu regulieren, zu gefährlichen Ergebnissen führen" könne, heißt es in dem auf den 15. Januar datierten US-Schreiben an den australischen Senat. Hinzu komme, dass das vorgesehene Verfahren für die Festsetzung der Nutzungsgebühr "grundlegend unausgewogen" sei, weil nur die Kosten der Medienhäuser berücksichtigt würden, nicht aber jene der Internetfirmen.

Die weltweit beispiellose Regulierung des digitalen Nachrichtenmarktes könne überdies "Bedenken bezüglich der internationalen Handelsverpflichtungen Australiens" aufwerfen, heißt es in dem US-Schreiben weiter - denn die Nutzungsgebühren für journalistische Inhalte würden nur an heimische und nicht auch ausländische Medienhäuser fließen. Anstelle einer Gebührenpflicht regte die US-Regierung die Einführung eines "freiwilligen Verhaltenskodex" an, dem sich die Internetunternehmen anschließen könnten.

Die Prüfung des von der australischen Regierung vorgelegten Gesetzentwurfs im Senat soll am Freitag beginnen. Die Initiative wird von Regierungen weltweit aufmerksam verfolgt.

Wie in vielen Ländern der Welt haben Google und Facebook auch in Australien den Nachrichtenmarkt massiv verändert. Aufgrund rückläufiger Einnahmen insbesondere aus Werbung strichen australische Medienhäuser allein in den vergangenen sechs Jahren rund 20 Prozent der Stellen. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie haben die Krise weiter verschärft.

Während das geplante Gesetz in der australischen Verlagslandschaft breite Unterstützung erfährt, warnte Google im vergangenen August in einem offenen Brief vor den Folgen einer solchen Regulierung. Das Unternehmen argumentiert unter anderem, dass die australischen Medienhäuser ihre Position in den Ergebnislisten von Suchanfragen "künstlich aufblasen" können, wenn das Gesetz zustande käme.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Justizministerin Hubig rechnet mit Mietrechtsreform noch in diesem Jahr

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) rechnet mit Änderungen im Mietrecht zum Schutz von Mieterinnen und Mietern noch in diesem Jahr. "Ich gehe schon davon aus, dass wir das auf jeden Fall in diesem Jahr durchhaben", sagte Hubig am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Wenn es gut laufe, sei ein Abschluss "bis zur Sommerpause" möglich.

Elektroindustrie verzeichnet deutliches Auftragsplus zum Jahresende

Die Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben zum Jahresende ein deutliches Auftragsplus verzeichnet. Im Dezember legten die Bestellungen um 17,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, wie der Branchenverband ZVEI am Montag mitteilte. Über das Gesamtjahr gingen damit demnach 6,0 Prozent mehr Bestellungen ein.

US-Astronautin nimmt Plüschhasen ihrer kleinen Tochter mit ins All

Die US-Astronautin Jessica Meir will einen Plüschhasen ihrer kleinen Tochter zur Internationalen Raumstation ISS mitnehmen. "Ich habe einen kleinen Stoffhasen, der meiner dreijährigen Tochter gehört", verriet die Astronautin, die am Mittwoch mit der Crew-12 ins All starten soll, am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Ihre Tochter habe noch einen zweiten Hasen geschenkt bekommen, der "hier unten bei ihr bleiben wird". Der andere werde auf der ISS "ständig Abenteuer" erleben und Fotos nach Hause schicken.

Prognosen: Regierungskoalition in Japan gewinnt Zweidrittelmehrheit

Bei der Parlamentswahl in Japan hat die Regierungskoalition von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi Prognosen zufolge einen klaren Sieg eingefahren. Laut einer am Sonntag nach Schließung der Wahllokale vom Sender NHK veröffentlichten Prognose errang die Koalition mindestens zwei Drittel der Sitze im Unterhaus.

Textgröße ändern: