Deutsche Tageszeitung - Regierung will Verbraucherschutz im Onlinehandel und bei Kaffeefahrten stärken

Regierung will Verbraucherschutz im Onlinehandel und bei Kaffeefahrten stärken


Regierung will Verbraucherschutz im Onlinehandel und bei Kaffeefahrten stärken
Regierung will Verbraucherschutz im Onlinehandel und bei Kaffeefahrten stärken / Foto: ©

Beim Online-Einkauf und auch bei Kaffeefahrten sollen Verbraucher durch ein neues Gesetz besser geschützt werden. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf des Bundesverbraucherschutzministeriums, der unter anderem für mehr Transparenz bei Produktbewertungen im Online-Handel sorgen soll. Zudem sollen die Vorgaben für die Veranstalter von sogenannten Kaffeefahrten verschärft werden, damit vor allem ältere Menschen dabei keine überteuerten Produkte kaufen.

Textgröße ändern:

Durch das Gesetz sollten Verbraucher auf Online-Marktplätzen besser erkennen können, "von wem Produktbewertungen tatsächlich stammen und warum die Verkaufsplattformen bestimmte Produkte in ihrer Auflistung weiter oben oder weiter unten aufführen", erklärte Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht (SPD).

Ein ähnliches Gesetz hatte das Bundeskabinett bereits vergangene Woche auf den Weg gebracht. Es zielt - allerdings in einem anderem Gesetzesbereich - ebenfalls unter anderem darauf, dass Verbraucher auf Shopping-Plattformen transparenter über das Ranking der Produkte und personalisierten Preise informiert werden.

Der jetzige Gesetzentwurf soll nicht nur neue Regeln für den Einkauf im Netz einführen, sondern sieht auch strengere Vorgaben für sogenannte Kaffeefahrten vor. Unter anderem werden die Anzeige- und Informationspflichten für Veranstalter verschärft und der Bußgeldrahmen erhöht. Gerade ältere Menschen würden häufig bei solchen Fahrten "unter Druck gesetzt und über den Tisch gezogen", erklärte Lambrecht. "Diese besonders miesen Praktiken wollen wir deutlich erschweren."

Zudem soll durch das Gesetz der Vertrieb von Medizinprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln auf Kaffeefahrten verboten werden. Dieser "Geschäftemacherei" schiebe die Bundesregierung einen Riegel vor, erklärte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU). Es sei "verantwortungslos, die Sorge um die Gesundheit gerade älterer Menschen auszunutzen".

Das Gesetz soll zudem für Influencer und Blogger klarer regeln, wann sie Produktwerbung betreiben. "Künftig ist klar: Nur wenn es eine Gegenleistung gibt, müssen sie ein Posting als Werbung kennzeichnen", erklärte Justizministerin Lambrecht. Verbraucher wüssten so, woran sie seien. Denn sie könnten besser einschätzen, "wie eine Empfehlung zustande gekommen ist und ob sie ihr vertrauen wollen".

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Handels-"Krieg": Kanada kontert US-Zölle

Handels-"Krieg" zwischen zwei wirtschaftlich eng verflochtenen Nachbarn: Kanadas Premierminister Mark Carney hat am Samstag kanadische Vergeltungszölle angekündigt, nachdem in den USA neue Aufschläge auf kanadische Produkte in Kraft getreten waren. "Man befindet sich im Krieg, wenn man angegriffen wird. Wir sind angegriffen worden", sagte Carney. Zuvor waren tagelange Verhandlungen gescheitert. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer machte dafür Kanada verantwortlich.

Merz nennt vor Kabinettsklausur Wachstum und Beschäftigung "das wichtigste Thema"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor der Kabinettsklausur in der kommenden Woche den Bereich Wirtschaftswachstum und Beschäftigung als "das wichtigste Thema" bezeichnet. "Also volle Konzentration darauf, die Augen auf dem Ball", sagte der Kanzler der "Bild am Sonntag".

VW-Chef ruft Mitarbeiter wegen Konzern-Krise zum Zusammenhalt auf

Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hat die Belegschaft angesichts der Branchenkrise und der bei VW geplanten tiefgreifenden Einschnitte zu vollkommenem Zusammenhalt aufgerufen. "Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen", sagte Blume der "Bild am Sonntag". "Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt."

Hinweise auf Markteinführung von selbsfahrendem Taxi von Tesla verdichten sich

Beim E-Autobauer Tesla verdichten sich die Hinweise auf eine bevorstehende Markteinführung seines fahrerlosen Taxis Cybercab. Für den 3. September kündigte das US-Unternehmen am Samstag eine Veranstaltung im texanischen Austin an.

Textgröße ändern: