Deutsche Tageszeitung - Finanzminister Scholz kündigt grundlegende Reform der Finanzaufsichtsbehörde an

Finanzminister Scholz kündigt grundlegende Reform der Finanzaufsichtsbehörde an


Finanzminister Scholz kündigt grundlegende Reform der Finanzaufsichtsbehörde an
Finanzminister Scholz kündigt grundlegende Reform der Finanzaufsichtsbehörde an / Foto: ©

Zur Vermeidung von Bilanzskandalen wie im Fall Wirecard hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag eine grundlegende Reform der Finanzaufsichtsbehörde Bafin angekündigt - personell, rechtlich und inhaltlich. "Ich will eine Aufsicht mit Biss", sagte Scholz in Berlin. Im Fall Wirecard seien "unbestritten Fehler gemacht worden" - daraus müssten die richtigen Konsequenzen gezogen werden.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung verfolge drei übergeordnete Ziele mit der geplanten Reform, wie Scholz erläuterte: "Wir wollen die Schlagkraft im Aufsichts- und Prüfungshandeln stärken", die internen Strukturen und Abläufe straffen und den Finanzmarkt "mit modernster Technologie" wirksamer beaufsichtigen. "Weltweit" läuft bereits die Suche nach einer neuen Führung für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). "Wir wollen den besten Standard erreichen", sagte Scholz.

Wirecard hatte Ende Juni 2020 Insolvenz angemeldet - der Finanzdienstleister soll jahrelang die Bilanzen gefälscht haben. Kritiker werfen der Bafin vor, lange Zeit nicht entschieden genug Betrugshinweisen bei dem Zahlungsdienstleister nachgegangen zu sein. Am Freitag hatte Scholz angekündigt, dass Bafin-Chef Felix Hufeld die Behörde verlässt; mit ihm müssen weitere Führungskräfte gehen.

Scholz stellte am Dienstag einen Sieben-Punkte-Plan vor, der "schnell und zügig" umgesetzt werden soll. Das Kabinett hatte bereits Mitte Dezember den Gesetzentwurf zur Stärkung der Finanzmarktintegrität beschlossen, das in dieser Legislaturperiode noch verabschiedet werden solle. Es enthält bereits Teile des Sieben-Punkte-Plans.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

"Wunderschöner Anblick": Artemis-Crew hat Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt

Die Astronauten der Artemis-2-Mission haben mehr als die halbe Strecke zum Mond zurückgelegt und einen fantastischen Blick auf den Erdtrabanten wie auch die Erde. "Wir können den Mond gerade aus der Luke sehen, es ist ein wunderschöner Anblick", sagte die US-Astronautin Christina Koch am Samstagmorgen (MESZ) während einer Live-Übertragung der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde veröffentlichte derweil faszinierende Aufnahmen von der Erde, die von der Orion-Raumkapsel aus aufgenommen wurden.

Deutschland und weitere Länder fordern EU zu Prüfung von Übergewinnsteuer auf

Deutschland und vier andere europäische Staaten haben die EU aufgefordert, Maßnahmen für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne zu prüfen. Eine solche sei bereits 2022 als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise genutzt worden, heißt es in einem Brief an EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. "Angesichts der derzeitigen Marktverzerrungen und finanzpolitischen Zwänge" sollte die Europäische Kommission nun "zügig" ein ähnliches EU-weites Instrument ausarbeiten.

ADAC: Neue Preisregel für Tankstellen hat Preisniveau nicht reduziert

Der ADAC hat nach knapp drei Tagen ein vorläufiges negatives Fazit zu der von der Bundesregierung eingeführten Preisregel für Tankstellen gezogen. "Aus Sicht des ADAC hat die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell das hohe Preisniveau nicht reduziert", erklärte der Club am Freitag. "Stattessen hat es die Entwicklung nach oben eher befördert."

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Textgröße ändern: