Deutsche Tageszeitung - Norwegens Staatsfonds will mehr Frauen an der Spitze der Unternehmen

Norwegens Staatsfonds will mehr Frauen an der Spitze der Unternehmen


Norwegens Staatsfonds will mehr Frauen an der Spitze der Unternehmen
Norwegens Staatsfonds will mehr Frauen an der Spitze der Unternehmen / Foto: ©

Norwegens riesiger Staatsfonds will mehr Gleichberechtigung an der Spitze börsennotierter Unternehmen weltweit. Im Verwaltungsrat eines Unternehmens sollten verschiedene Fähigkeiten und Hintergründe vereint sein, erklärte der Fonds am Montag. Führungsgremien, in denen eins der Geschlechter zu weniger als 30 Prozent repräsentiert sei, sollten darüber nachdenken, sich Ziele für Diversität zu setzen.

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Norwegen legt seit den 90er Jahren einen Teil der Öl-Einnahmen für künftige Generationen an, vor allem in Aktien - der Fonds kann so durchaus Einfluss auf die Firmen ausüben, an denen er beteiligt ist. Die Geschäftsleitung des Fonds veröffentlichte am Montag einen Bericht zur Diversität, in dem sie das Für und Wider abwägt. Verwaltungsräte sind in vielen Ländern das Leitungs- und Kontrollgremium eines Unternehmens; sie üben die Funktionen von Vorstand und Aufsichtsrat einer deutschen Aktiengesellschaft aus.

Diversität bereichere den Entscheidungsprozess durch eine Vielzahl von Ansichtsweisen, heißt es. Die Personalsuche sei nicht auf einen kleinen Zirkel begrenzt, und Diversität erhöhe zudem die Legitimität der Entscheider im Verwaltungsrat.

Auf der anderen Seite aber seien die Folgen von divers besetzten Verwaltungsräten auf die finanziellen Erfolge eines Unternehmens noch nicht durch seriöse wissenschaftliche Studien belegt, heißt es weiter. Die Personalsuche könne erschwert, Fähigkeiten von Kandidaten könnten ausgeblendet werden. Zudem gelangten auch ohne Zutun der Aktionäre immer mehr Frauen in die Verwaltungsräte.

Die Geschäftsführung des Fonds kommt zu dem Schluss, dass Diversität in der Firmenführung "wahrscheinlich zusätzliche Perspektiven und Herangehensweisen in die Diskussionen einbringt und damit letztlich die Qualität der Entscheidungsprozesse verbessert". Es gebe zwar "viele verschiedene Dimensionen der Diversität", räumt der Fonds ein - "wir sind aber vor allem besorgt, weil Frauen in Verwaltungsräten immer noch unterrepräsentiert sind".

Der Staatsfonds verwaltet mehr als eine Milliarde Euro. Das Geld der Norweger ist zu mehr als 70 Prozent in Aktien angelegt. Der Fonds ist so an rund 9200 Unternehmen weltweit beteiligt.

(O.Tatarinov--DTZ)

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