Deutsche Tageszeitung - Zusätzliche Stellen und Befugnisse für Kontrolle des Lieferkettengesetzes

Zusätzliche Stellen und Befugnisse für Kontrolle des Lieferkettengesetzes


Zusätzliche Stellen und Befugnisse für Kontrolle des Lieferkettengesetzes
Zusätzliche Stellen und Befugnisse für Kontrolle des Lieferkettengesetzes / Foto: ©

Zur Überprüfung der Vorgaben aus dem Lieferkettengesetz wird die zuständige Kontrollbehörde Bafa personell gestärkt und mit zusätzlichen Befugnissen ausgestattet. Wie aus dem Referentenentwurf für das sogenannte Sorgfaltspflichtengesetz hervorgeht, werden 65 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen. Außerdem darf das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) Menschen vorladen, während der Geschäftszeit Betriebsgrundstücke und Geschäftsräume betreten sowie entsprechende Unterlagen einsehen und prüfen.

Textgröße ändern:

Der Referentenentwurf für das Gesetz lag AFP am Dienstag vor. Das Gesetz befindet sich in der Ressortabstimmung - am Freitag hatte sich die Regierung nach langem Streit auf das Lieferkettengesetz geeinigt. Deutsche Unternehmen ab einer bestimmten Größe sollen künftig dafür sorgen, dass entlang ihrer weltweiten Lieferkette die Menschenrechte eingehalten werden. Es geht laut Gesetz um "alle Beiträge", die für ein Produkt oder eine Dienstleistung nötig sind, "von der Gewinnung der Rohstoffe bis zu der Lieferung an den Endkunden".

Dem Entwurf zufolge entstehen dem Bund Mehrkosten in Höhe von jährlich rund 5,3 Millionen Euro durch das Gesetz. Für die Wirtschaft ergebe sich jährlich ein zusätzlicher "Erfüllungsaufwand" von knapp 43,5 Millionen Euro, davon entfallen gut 15 Millionen Euro auf Bürokratiekosten. Der Mehraufwand für die Wirtschaft soll demnach über die "one in, one out"-Regel aus dem Bürokratieentlastungsgesetz kompensiert werden.

Die Regierung rechnet indes nicht mit zusätzlichen Kosten für die Verbraucher: "Signifikante Auswirkungen auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten", heißt es im Entwurf. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte bereits am Wochenende Sorgen vor einer Verteuerung vieler Produkte zurückgewiesen. Der Anteil der Lohnkosten am Endpreis sei "verschwindend gering", sagte er in einem Interview zur Begründung.

Einer Reihe von Kritikern geht der Kompromiss für das Gesetz gegen Kinderarbeit und Hungerlöhne bei ausländischen Zulieferern nicht weit genug. Am Dienstag protestierten etwa Mitglieder von Greenpeace vor dem Kanzleramt gegen die "Minimallösung" und projizierten den Schriftzug "Lieferkettengesetz Schwindel" an das Gebäude. In dem Gesetz fehle eine zivilrechtliche Haftung der Unternehmen, außerdem werde nicht die gesamte Lieferkette berücksichtigt. Wichtig sei nun der parlamentarische Prozess, um das Gesetz zu verbessern.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

US-Milliardär Ackman will Musik-Label Universal für 55 Milliarden Euro kaufen

Der US-Milliardär Bill Ackman will das weltweit größte Musik-Label Universal übernehmen. Ackmans Investmentfonds Pershing Square veröffentlichte am Dienstag ein Angebot an die Aktionäre der Universal Music Group (UMG), welches das Unternehmen nach AFP-Berechnungen mit 55 Milliarden Euro bewertet. Bei UMG stehen Stars wie Taylor Swift, The Weeknd und Lady Gaga unter Vertrag.

Umfrage: Mehr als jeder Zweite denkt zumindest gelegentlich an Auswanderung

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland denkt einer Umfrage für den "Playboy" zufolge zumindest gelegentlich und vage ans Auswandern. Der Anteil liege bei 60 Prozent, wie das Magazin am Dienstag vorab mitteilte. Aus dieser Gruppe planen demnach allerdings nur zwei Prozent konkret eine Ausreise, acht Prozent recherchieren Möglichkeiten dazu.

Niederländisches Unternehmen weitet Gasförderung vor Borkum aus

Das niederländische Unternehmen One-Dyas hat die Gasförderung unweit der deutschen Nordseeinsel Borkum ausgeweitet. Die zweite Förderplattform der Anlage sei in Betrieb genommen worden, erklärte das Unternehmen aus Amsterdam am Dienstag. "Dadurch steigt die jährliche Produktion dort auf eine Milliarde Kubikmeter." Die bisherige Fördermenge der ersten Bohrung lag demnach bei 700 Millionen Kubikmetern.

Frankreich erwägt Spritrabatte für mobile Pflegekräfte und Landwirte

Angesichts der hohen Spritpreise hat Frankreich finanzielle Hilfe für mobile Pflegekräfte und besonders betroffene Landwirte in Aussicht gestellt. "Wir werden die Hilfen auf diejenigen beschränken, deren Branchen besonders betroffen sind", sagte die beigeordnete Energieministerin Maud Brégeon am Dienstag dem Sender BFM. Einen Preisdeckel wie von Gewerkschaftsseite gefordert, lehnte die Ministerin ab. "Dies würde erst recht zu Versorgungsengpässen führen", betonte sie. Eine "allgemeine Hilfe" könne sich Frankreich zudem nicht leisten, erklärte sie.

Textgröße ändern: