Deutsche Tageszeitung - Jeder zehnte Ausbildungsbetrieb will weniger Azubis einstellen

Jeder zehnte Ausbildungsbetrieb will weniger Azubis einstellen


Jeder zehnte Ausbildungsbetrieb will weniger Azubis einstellen
Jeder zehnte Ausbildungsbetrieb will weniger Azubis einstellen / Foto: ©

Die Corona-Krise führt zu einem deutlichen Rückgang bei Ausbildungsplätzen. Wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab, plant ein Zehntel der ausbildungsberechtigten Betriebe, das Angebot an Lehrstellen im Ausbildungsjahr 2021/2022 einzuschränken oder sogar ganz darauf zu verzichten. Bei Betrieben, die stark von der Pandemie betroffen sind, ist der Anteil noch erheblich höher - insbesondere im Gastgewerbe.

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Laut der Studie könnte bei den besonders betroffenen Betrieben fast jeder vierte (24 Prozent) weniger Auszubildende einstellen, im Gastgewerbe sind es 28 Prozent. Für die Erhebung wurden im Dezember insgesamt 1511 ausbildungsberechtigte Betriebe befragt.

Unterschiede zeigen sich dabei je nach Betriebsgröße: So geben 14 Prozent der befragten Kleinstbetriebe an, im kommenden Ausbildungsjahr weniger Auszubildende einzustellen. Bei Großbetrieben sind es dagegen sechs Prozent der Betriebe, die weniger Lehrstellen besetzen wollen.

Als Grund dafür nennt mit 93 Prozent ein Großteil der Betriebe die unsicheren Geschäftserwartungen durch die Pandemie. Finanzielle Gründe geben 71 Prozent der Betriebe an. 34 Prozent nennen außerdem mangelnde räumliche und personelle Kapazitäten als Ursache für das eingeschränkte Ausbildungsangebot.

Weitere 33 Prozent geben an, dass die Gewinnung von Auszubildenden derzeit schwierig sei, unter anderem weil krisenbedingt keine Ausbildungsmessen mit persönlichen Begegnungen oder Praktika möglich seien. 31 Prozent der befragten Betriebe erwarten außerdem, nicht genügend geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden.

IAB-Direktor Bernd Fitzenberger warnte, für Betriebe könne es "zum Bumerang werden, weniger Auszubildende einzustellen". Mittel- bis langfristig könnten die Rückgänge am Ausbildungsmarkt dazu führen, dass den Betrieben Fachkräfte fehlten.

Fitzenberger verwies auf das Programm "Ausbildungsplätze sichern", das die Bundesregierung im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht hatte und mit dem kleine und mittlere Unternehmen Prämien bekommen sollen, wenn sie ihr Ausbildungsniveau nicht zurückschrauben oder Azubis von pandemiebedingt insolventen Unternehmen übernehmen.

"Viele Unternehmen verzichten aus finanziellen Gründen darauf, Auszubildende einzustellen.", erklärte der IAB-Direktor und Studienmitautor. "Da greift die Ausbildungsprämie. Doch noch immer ist das Programm vielen Unternehmen zu wenig bekannt."

(M.Dorokhin--DTZ)

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