Deutsche Tageszeitung - USA fordern "sofortigen" Stopp am Bau von Gaspipeline Nord Stream 2

USA fordern "sofortigen" Stopp am Bau von Gaspipeline Nord Stream 2


USA fordern "sofortigen" Stopp am Bau von Gaspipeline Nord Stream 2
USA fordern "sofortigen" Stopp am Bau von Gaspipeline Nord Stream 2 / Foto: ©

Die USA haben am Donnerstag den "sofortigen" Stopp am Bau der umstrittenen Gas-Pipeline Nord Stream 2 gefordert. Jede Stelle, die am Projekt Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland beteiligt sei, müsse sich "sofort" zurückziehen oder mit US-Sanktionen rechnen, erklärte US-Außenminister Antony Blinken. Die Regierung von Präsident Joe Biden sei verpflichtet, das dazu vom Kongress verabschiedete Sanktionsgesetz umzusetzen.

Textgröße ändern:

Das Außenministerium prüfe Informationen über Unternehmen, die am Bau der Pipeline beteiligt sind, fügte Blinken hinzu. "Nord Stream 2 ist ein schlechtes Projekt - für Deutschland, für die Ukraine und für unsere Verbündeten und Partner in Mittel- und Osteuropa", erklärte der Außenminister und bekräftigte damit Washingtons langjährigen Widerstand gegen die über neun Milliarden Euro teure Gaspipeline.

Die Arbeiten an der Pipeline durch die Ostsee waren im Dezember wieder aufgenommen worden, nachdem sie wegen US-Sanktionen fast ein Jahr unterbrochen waren. Die Pipeline zwischen Russland und Deutschland ist fast fertig gebaut.

Die USA sind strikt gegen Nord Stream 2. Washington argumentiert, die Pipeline schaffe eine zu starke Abhängigkeit Europas von russischen Energielieferungen. Nicht nur der frühere Präsident Donald Trump war ein entschiedener Gegner des Projekts - auch sein Nachfolger Joe Biden hat Nord Stream 2 wiederholt kritisiert.

Auch Frankreich und viele andere europäische Staaten stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Die Bundesregierung hält trotz der Kritik an dem Projekt fest.

Die USA haben Sanktionen gegen Firmen angedroht, die an Bau und Zertifizierung der 1200 Kilometer langen Röhre beteiligt sind. Konkrete Sanktionen wurden im Januar gegen das russische Verlegeschiff "Fortuna" und dessen Inhaberin, die russische Firma KVT-RUS, verhängt. Eine Reihe von Unternehmen, darunter der Versicherungskonzern Axa, zogen sich deshalb bereits aus dem Projekt zurück.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Schwacher Yen hilft: Toyota hebt Gewinnprognose an

Auch dank des schwachen Yen hat der japanische Autobauer Toyota seinen Gewinn im Quartal von April bis Juni kräftig gesteigert und die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Der größte Autobauer der Welt machte einen Quartalsgewinn von 1,48 Billionen Yen (8,16 Milliarden Euro) - ein Sprung um 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 10,4 Prozent auf umgerechnet 74,5 Milliarden Euro.

Gewinn der Lufthansa sinkt wegen höherer Kerosinpreise deutlich

Trotz gestiegener Umsätze hat die Lufthansa im zweiten Quartal deutlich weniger verdient. Der operative Gewinn sank auf 383 Millionen Euro, wie der Luftfahrtkonzern am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Rückgang um fast 56 Prozent. Grund dafür sind vor allem die gestiegenen Kerosinpreise, die infolge des Iran-Krieges in die Höhe geschossen sind.

Höhere Ölpreise: BP verdoppelt Quartalsgewinn - Aramco steigert Profit um 44 Prozent

Die stark gestiegenen Ölpreise füllen die Kassen der Ölkonzerne. Der Gewinn des britischen Mineralölkonzerns BP stieg im zweiten Quartal um mehr als das Doppelte, der saudi-arabische Ölriese Aramco steigerte seinen Gewinn um 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. In den vergangenen Tagen hatten bereits Shell sowie ExxonMobil und Chevron in den USA hohe Profite gemeldet.

Fast drei Viertel der Renten waren 2025 einkommenssteuerpflichtig

Für fast drei Viertel der Rentenleistungen im vergangenen Jahr musste Einkommenssteuer gezahlt werden. 72 Prozent der gesetzlichen, privaten oder betrieblichen Renten waren 2025 steuerpflichtig, das betraf Leistungen in Höhe von insgesamt 304 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Seit 2015 stieg der durchschnittliche Besteuerungsanteil damit um 16,4 Prozentpunkte.

Textgröße ändern: