Deutsche Tageszeitung - Britischer Ex-Premier Cameron soll wegen Greensill-Skandals vor Ausschuss erscheinen

Britischer Ex-Premier Cameron soll wegen Greensill-Skandals vor Ausschuss erscheinen


Britischer Ex-Premier Cameron soll wegen Greensill-Skandals vor Ausschuss erscheinen
Britischer Ex-Premier Cameron soll wegen Greensill-Skandals vor Ausschuss erscheinen / Foto: ©

Im Skandal um die insolvente Finanzgesellschaft Greensill sollen in der kommenden Woche deren Gründer Lex Greensill sowie der ehemalige britische Premierminister David Cameron vom mächtigen britischen Finanzausschuss angehört werden. Greensill werde am Dienstag vor den Abgeordneten erscheinen, Cameron am Donnerstag, hieß es in einer am Freitag vom Ausschuss veröffentlichten Erklärung. Die Anhörung soll Licht in den Skandal um das britisch-australische Finanzinstitut und die Lobbypraktiken an der Spitze der Regierung bringen.

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"Der Ausschuss ist entschlossen, die Frage zu beantworten, ob das Finanzministerium angemessen auf die Lobbyarbeit im Namen von Greensill Capital, einschließlich der von David Cameron, reagiert hat", sagte der konservative Abgeordnete Mel Stride, der Vorsitzende des Ausschusses.

Greensill meldete in Großbritannien im März Insolvenz für das operative Geschäft an, während die in Australien registrierte Muttergesellschaft im April aufgelöst wurde. Auch die Bremer Greensill Bank wurde von der deutschen Finanzaufsicht geschlossen. In der Schweiz ist die Credit Suisse von der Insolvenz von Greensill stark betroffen.

In Großbritannien entfachte die Affäre eine Debatte über enge Verbindungen von Politik und Finanzwelt neu. Premierminister Boris Johnson leitete eine unabhängige Untersuchung ein.

Insbesondere Ex-Premier David Cameron wurde heftig dafür kritisiert, dass er im Namen von Greensill, deren Berater er war, Lobbyarbeit bei der britischen Regierung leistete. Finanzminister Rishi Sunak gab zu, dass er seine Mitarbeiter "unter Druck gesetzt" habe, um Camerons Antrag zu prüfen, dass Greensill staatliche Zuschüsse erhält. Das Vorhaben scheiterte allerdings. Greensill hatte sich auf die sogenannte Lieferkettenfinanzierung spezialisiert und vor allem Unternehmen betreut.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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