Deutsche Tageszeitung - Arbeitslosenquote in Brasilien erreicht Rekordwert von 14,7 Prozent im ersten Quartal

Arbeitslosenquote in Brasilien erreicht Rekordwert von 14,7 Prozent im ersten Quartal


Arbeitslosenquote in Brasilien erreicht Rekordwert von 14,7 Prozent im ersten Quartal
Arbeitslosenquote in Brasilien erreicht Rekordwert von 14,7 Prozent im ersten Quartal / Foto: ©

Die Arbeitslosenquote in Brasilien hat im ersten Quartal 2021 einen Rekordwert von 14,7 Prozent erreicht. Dies teilte die Regierung Brasiliens, des Landes mit der größten Volkswirtschaft in Südamerika, am Donnerstag mit. Der Vorjahreswert betrug 12,2 Prozent, als die Corona-Pandemie begann, das Land hart zu treffen. Bisher starben in Brasilien mehr als 450.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung.

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Die Gesamtzahl der Arbeitssuchenden erreichte im ersten Quartal mit 14,8 Millionen Menschen ebenfalls einen Rekordwert, wie das Brasilianische Institut für Geographie und Statistik (IBGE) mitteilte. Die hohen Zahlen waren von Experten erwartet worden.

Brasilien ist bisher weltweit eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Mit 215 Toten pro 100.000 Einwohnern hat Brasilien die höchste Todesrate in Nord- und Südamerika zu beklagen.

Auch die Wirtschaft litt unter der Pandemie: Im vergangenen Jahr schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 4,1 Prozent. Zwar gab es in den vergangenen Monaten erste Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Nun wächst jedoch die Angst vor einer neuen Corona-Welle. Die Impfkampagne des Landes wurde immer wieder durch Pannen verlangsamt. Rund 21 Prozent der 212 Millionen Brasilianer haben bisher eine erste Corona-Impfung erhalten, rund zehn Prozent sind bereits vollständig geimpft.

Seit 2012 zeichnet Brasilien die Arbeitslosenquote in dreimonatigen Intervallen auf. Der bisherige Höchststand war im Zeitraum Juli-September 2020 mit 14,6 Prozent erreicht worden, auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle. Zuvor war die Arbeitslosenquote über einen langen Zeitraum hinweg gesunken. Im November 2020 begann sie mit der zweiten Corona-Welle jedoch wieder anzusteigen.

Ein weiteres Warnsignal ist die steigende Anzahl von Unterbeschäftigten und von Menschen, die die Jobsuche resigniert aufgegeben haben. Die Anzahl der Unterbeschäftigten - Menschen mit zu wenig Arbeitsstunden - stieg innerhalb eines Jahres um 1,2 Millionen auf insgesamt 33,2 Millionen. Die Anzahl der Menschen, die die Jobsuche aufgegeben haben, stieg um mehr als ein Viertel auf sechs Millionen.

Für das erste Quartal rechnen Experten zwar mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Allerdings war dieser leichte Aufschwung auf die Lockerung von Corona-Maßnahmen in vielen Städten und Bundesstaaten zurückzuführen - Lockerungen, die Epidemiologen als verfrüht kritisierten.

Die Regierung des ultrarechten brasilianischen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro war für ihre Reaktion auf die Pandemie kritisiert worden. Bolsonaros Corona-Politik ist auch Gegenstand einer Untersuchung des brasilianischen Senats. Die Regierung sträubte sich im Verlauf der Pandemie immer wieder gegen Maßnahmen wie Ausgangssperren, propagierte unwirksame Medikamente wie Chloroquin und wies Impfstoff-Angebote zurück.

(N.Loginovsky--DTZ)

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