Deutsche Tageszeitung - Fachkräftemangel nimmt im Frühjahr deutlich zu

Fachkräftemangel nimmt im Frühjahr deutlich zu


Fachkräftemangel nimmt im Frühjahr deutlich zu
Fachkräftemangel nimmt im Frühjahr deutlich zu / Foto: ©

Trotz des Lockdowns mit Geschäftseinschränkungen für viele Unternehmen hat der Fachkräftemangel in Deutschland im Frühjahr weiter zugenommen. Im April sahen sich laut KfW-ifo-Fachkräftebarometer 23,7 Prozent aller Firmen durch Fachkräftemangel beeinträchtigt. Der Fachkräftemangel erreichte somit zwar noch nicht den Stand vor der Corona-Pandemie, der Trend zeigte aber steil nach oben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verdoppelte sich der Fachkräftemangel - allerdings galten im April 2020 auch noch deutlich strengere Corona-Maßnahmen.

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"Ohne Gegensteuern kann sich der Fachkräftemangel von einer gravierenden Herausforderung zu einem regelrechten Wachstumshemmnis auswachsen", warnte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib am Dienstag.

Neben der Genesung der Wirtschaft nach der Pandemie gelte es den digitalen Strukturwandel und den beschleunigten Umbau zur Klimaneutralität zu bewältigen sowie die stark gewachsenen Staatsschulden und die steigenden Finanzierungslasten in die Sozialversicherungen anzugehen. "Fehlen der Wirtschaft fachkompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in erheblichem Umfang, so wird es schwer werden, all dies erfolgreich zu bewältigen", erklärte Köhler-Geib weiter.

Der zunehmende Fachkräftemangel betraf dabei alle Wirtschaftsbereiche. Am stärksten betroffen war das Bauhauptgewerbe, dort fehlen bei 25,5 Prozent aller Firmen Fachkräfte. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg der Anteil der durch fehlendes Fachpersonal beeinträchtigten Unternehmen von Januar bis April von 14,9 Prozent auf 19,4 Prozent, im Handel von 11,8 Prozent auf 15,9 Prozent und im Dienstleistungsbereich von 25,2 Prozent auf 26,4 Prozent.

Mittelständische Unternehmen waren demnach häufiger vom Fachkräftemangel betroffen als Großunternehmen. 24,1 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen gaben an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. Bei den Großunternehmen waren es 22,9 Prozent.

Zurückzuführen sei der Fachkräftemangel zum einen auf die wieder zunehmende Nachfrage nach Arbeitskräften. Das Angebot an Fachkräften sei gleichzeitig erheblich knapper geworden, weil aufgrund der Pandemie weniger Menschen nach Deutschland einwandern.

Für das KfW-ifo-Fachkräftebarometer werden einmal pro Quartal die Angaben von 9000 Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen ausgewertet. Darunter sind auch rund 7500 mittelständische Unternehmen.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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