Deutsche Tageszeitung - Klöckner fordert Bundesländer zu Gesetzesverschärfung gegen Bodenspekulation auf

Klöckner fordert Bundesländer zu Gesetzesverschärfung gegen Bodenspekulation auf


Klöckner fordert Bundesländer zu Gesetzesverschärfung gegen Bodenspekulation auf
Klöckner fordert Bundesländer zu Gesetzesverschärfung gegen Bodenspekulation auf / Foto: ©

Vor der am Mittwoch beginnenden Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Bundesländer aufgefordert, durch zügige Reform ihres Bodenrechts gegen die wachsende Spekulation mit Ackerflächen vorzugehen. "Bauern brauchen Böden - und um das sicherzustellen, müssen einige Länder ihr Bodenrecht anpassen und bestehende Regulierungslücken schließen", sagte Klöckner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwochsausgaben). Die Länder hätten eine verfassungsgemäße Verantwortung für ein modernes Bodenrecht.

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"Zu lange haben einige Bundesländer dabei zugesehen, wie Agrarflächen in Deutschland zu Spekulationsobjekten geworden sind", erklärte Klöckner. Was aber für externe Investoren ein gutes Geschäft ist, sei für die deutschen Bauern existenzbedrohend, sagte die Ministerin dem RND. Durch das zögerliche Handeln der Länder stehe die Lebensgrundlage der deutschen Bauern vielerorts zum Ausverkauf, da durch die zunehmende Konkurrenz um Agrarflächen durch außerlandwirtschaftliche Investoren immer mehr Landwirte unter Druck gerieten. Als vorbildlich bezeichnete sie das Land Baden-Württemberg, das innerhalb eines Jahres wichtige Regelungslücken geschlossen habe. Das sei leider sonst meist nicht der Fall, beklagte Klöckner.

Oft könnten sich die Landwirte die massiv gestiegenen Bodenpreise nicht mehr leisten. Zudem führten die steigenden Pachtpreise dazu, dass Landwirten weniger Geld für Investitionen in artgerechte Tierhaltung, Klimaschutz oder Biodiversität zur Verfügung steht, warnte die Ministerin.

Wie das RND unter Berufung auf Angaben des Wirtschaftsministeriums weiter berichtete, gehören bereits fast 60 Prozent der Agrarflächen Nichtlandwirten und Investoren. Bundesweit seien die Pachten von 2005 bis 2016 um 100 Prozent gestiegen, und der Kauf von Flächen werde den Landwirten durch "spekulative Tendenzen" erschwert. Seit 2005 seien die Preise im Bundesdurchschnitt um 204 Prozent gestiegen.

"Das kann kaum ein Betrieb bezahlen", sagte Klöckner dem RND. "Die Flächen kaufen stattdessen Investoren." Eine Bund-Länder-Gruppe habe bereits 2018 gemeinsam mit der Agrarministerkonferenz konkrete Lösungsvorschläge für die Länder erarbeitet, um die Landwirte zu unterstützen und den Preismissbrauch bei Kauf- und Pachtverträgen zu verhindern. Diese müssten die Länder nur noch ins Gesetz schreiben, mahnte die Ministerin.

(W.Uljanov--DTZ)

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