Deutsche Tageszeitung - Schuldeninitiative für arme Länder könnte China helfen

Schuldeninitiative für arme Länder könnte China helfen


Schuldeninitiative für arme Länder könnte China helfen
Schuldeninitiative für arme Länder könnte China helfen / Foto: ©

US-Finanzministerin Janet Yellen sorgt sich, dass eine geplante Schuldeninitiative für ärmere Länder vor allem chinesischen Kreditgebern zugute kommen könnte. Es wäre nicht Sinn der Sache, "wenn die Mittel, die diesen Ländern zur Verfügung gestellt werden, zur Rückzahlung chinesischer Schulden verwendet würden", sagte Yellen am Donnerstag (Ortszeit) in einer Kongressanhörung in Washington. Sie stehe in dieser Angelegenheit in Kontakt mit der Regierung in Peking.
 
Die G20-Länder einschließlich der USA hatten sich im April darauf verständigt, eine Aussetzung von Zinszahlungen für die ärmsten Länder der Erde bis Dezember zu verlängern. Hintergrund sind Befürchtungen, dass diese Staaten bei der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise ins Hintertreffen geraten könnten. Chinesische Finanzinstitute gehören zu den wichtigsten Kreditgebern für Länder mit niedrigem Einkommen.
 
Sie wolle nun sicherstellen, dass die Erleichterungen für diese Länder am Ende nicht in den Händen Chinas landeten, sagte Yellen. "Wir haben mit China über dessen Teilnahme gesprochen." Demnach hat Peking versprochen, sich als gleichberechtigter Partner an diesem Schuldenrahmen zu beteiligen.
 
Zugleich warb die Finanzministerin dafür, Geld für die Entschuldungsmaßnahme bereitzustellen. Die Initiative wird vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank organisiert und steht 73 Ländern offen. Bislang haben 47 darum gebeten, an dem Programm teilzunehmen.  (P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Social-Media-Sucht: US-Staatsanwältin wirft Meta "Ausnutzung" von Kindern vor

Im womöglich wegweisenden US-Prozess um Social-Media-Sucht durch Instagram und Facebook hat die Staatsanwaltschaft dem Meta-Konzern schwere Vorwürfe gemacht. Meta habe Kinder und Jugendliche abhängig gemacht, die Funktionsweise ihrer Gehirne "ausgenutzt" und die Öffentlichkeit in die Irre geführt, sagte Kaliforniens stellvertretende Generalstaatsanwältin Megan O'Neill am Dienstag in ihrem Eröffnungsplädoyer. Meta muss sich vor dem Gericht in Oakland wegen des Vorwurfs verantworten, mit seinen Online-Netzwerken Minderjährige abhängig und damit psychisch krank zu machen.

In letzter Minute: Trump und Carney verhandeln über drohende US-Zölle gegen Kanada

Wenige Stunden vor Ablauf einer Frist haben US-Präsident Donald Trump und Kanadas Regierungschef Mark Carney noch über drohende neue US-Zölle auf kanadische Importe verhandelt. Carney habe am Dienstag mit Trump gesprochen, teilte die kanadische Regierung mit. Falls sich die beiden nicht in letzter Minute einigen, greifen um Mitternacht Washingtoner Zeit (06.00 Uhr MESZ am Mittwoch) neue Zölle.

US-Konzern OpenAI setzt auf potenziell weltgrößtes KI-Rechenzentrum in Ohio

Das KI-Unternehmen OpenAI will in den USA für 20 Jahre ein riesiges neues Rechenzentrum anmieten und setzt dabei auf eine Finanzierungszusage des US-Technologieriesen Nvidia in Höhe von 105 Milliarden Dollar (knapp 91 Milliarden Euro). In der Anlage sollen mehr als 1,5 Millionen Nvidia-Chips zum Einsatz kommen, wie aus einer Pflichtmitteilung von Montag (Ortszeit) hervorgeht. Die Anlage ist auf eine Kapazität von bis zu acht Gigawatt ausgelegt und könnte damit zum größten einzelnen Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) weltweit werden.

Hitze und Trockenheit: Bauern erwarten leicht unterdurchschnittliche Ernte

Getreide, Raps, Kartoffeln: Wegen der Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen fallen die Ernten in Deutschland teils enttäuschend aus, vor allem im Süden und Westen. Zugleich bekämen die Landwirte "seit drei Jahren unterdurchschnittliche Erzeugerpreise" und ihre Kosten seien "sehr sehr stark gestiegen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Dienstag bei der Vorstellung der vorläufigen Erntebilanz in Berlin. Die Lage sei "wirtschaftlich sehr angespannt". Rukwied forderte finanzielle Unterstützung.