Deutsche Tageszeitung - Klöckner kündigt höheren Ausgleich für Bauern beim Insektenschutz an

Klöckner kündigt höheren Ausgleich für Bauern beim Insektenschutz an


Klöckner kündigt höheren Ausgleich für Bauern beim Insektenschutz an
Klöckner kündigt höheren Ausgleich für Bauern beim Insektenschutz an / Foto: ©

Beim Insektenschutz soll es nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) höhere Ausgleichszahlungen für betroffene Landwirte geben. Im Rahmen eines "Erschwernisausgleichs Pflanzenschutz" sollen die Bauern zusätzliche Mittel in Höhe von 65 Millionen Euro bekommen, wie Klöckner am Freitag nach einer digitalen Sitzung der Agrarministerkonferenz (AMK) sagte. Die Mittel sind demnach zweckgebunden und richten sich ausdrücklich an Bauern, "die aufgrund der neuen Gesetzgebung bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mehr Aufwendungen haben".

Textgröße ändern:

Die Umsetzung des von der Bundesregierung vorgelegten Insektenschutzpakets, das bei vielen Bauern auf Protest stößt, war zuletzt ins Stocken geraten. Das Bundeskabinett hatte es nach langem Tauziehen bereits im Februar verabschiedet. Das Paket regelt etwa den Einsatz von Pestiziden und weist Schutzgebiete aus. Grundlage dafür ist das bereits im September 2019 von der Regierung beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz. Dazu gehört neben dem Insektenschutzgesetz von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) auch eine Änderung der sogenannten Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung in Federführung des Landwirtschaftsministeriums.

Unionsfraktionsvize Gitta Connemann und der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Albert Stegemann (beide CDU) begrüßten den neuen finanziellen Ausgleich. "Wir sind froh, dass die Agrarminister der Länder unserer Forderung gefolgt sind", erklärte Connemann. "Denn Arten- und Insektenschutz geht nur mit der Landwirtschaft, mit Kooperation statt Bestrafung."

Die 65 Millionen Euro pro Jahr gibt es nach Angaben Connemanns ausschließlich für Landwirte, deren Flächen betroffen sind. "Mit der Ko-Finanzierung der Länder stünden damit bis zu 90 Millionen Euro zur Verfügung", erklärte sie.

Bei der AMK unter Vorsitz des sächsischen Landwirtschaftsministers Wolfram Günther (Grüne) forderten die Länder zudem, die Fördermittel über das Jahr 2022 hinaus zu verstetigen.

Der Naturschutzbund Deutschland Nabu bezeichnete den Beschluss als Fortschritt, "auch wenn der Prozess unnötig verzögert und der Gesetzentwurf weiter verwässert wurde". Das Insektenschutzgesetz sei jedoch "ein Schritt in die richtige Richtung, um dem Artenschwund von Insekten etwas entgegen zu halten", erklärte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Nun gelte es, "das Gesetz noch formell im Bundestag abzustimmen und im Bundesrat inklusive der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung zu bestätigen".

Der Umweltausschuss im Bundestag gab am Freitag grünes Licht für das Insektenschutzgesetz. Für die Vorlage stimmten die Koalitionsfraktionen bei Gegenstimmen von FDP und Linksfraktion. Die Grünen enthielten sich; die AfD-Fraktion nahm nicht an der Sitzung teil. Damit könnte das Insektenschutzpaket nun noch vor Ende der Legislaturperiode unter Dach und Fach gebracht werden.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Social-Media-Sucht: US-Staatsanwältin wirft Meta "Ausnutzung" von Kindern vor

Im womöglich wegweisenden US-Prozess um Social-Media-Sucht durch Instagram und Facebook hat die Staatsanwaltschaft dem Meta-Konzern schwere Vorwürfe gemacht. Meta habe Kinder und Jugendliche abhängig gemacht, die Funktionsweise ihrer Gehirne "ausgenutzt" und die Öffentlichkeit in die Irre geführt, sagte Kaliforniens stellvertretende Generalstaatsanwältin Megan O'Neill am Dienstag in ihrem Eröffnungsplädoyer. Meta muss sich vor dem Gericht in Oakland wegen des Vorwurfs verantworten, mit seinen Online-Netzwerken Minderjährige abhängig und damit psychisch krank zu machen.

In letzter Minute: Trump und Carney verhandeln über drohende US-Zölle gegen Kanada

Wenige Stunden vor Ablauf einer Frist haben US-Präsident Donald Trump und Kanadas Regierungschef Mark Carney noch über drohende neue US-Zölle auf kanadische Importe verhandelt. Carney habe am Dienstag mit Trump gesprochen, teilte die kanadische Regierung mit. Falls sich die beiden nicht in letzter Minute einigen, greifen um Mitternacht Washingtoner Zeit (06.00 Uhr MESZ am Mittwoch) neue Zölle.

US-Konzern OpenAI setzt auf potenziell weltgrößtes KI-Rechenzentrum in Ohio

Das KI-Unternehmen OpenAI will in den USA für 20 Jahre ein riesiges neues Rechenzentrum anmieten und setzt dabei auf eine Finanzierungszusage des US-Technologieriesen Nvidia in Höhe von 105 Milliarden Dollar (knapp 91 Milliarden Euro). In der Anlage sollen mehr als 1,5 Millionen Nvidia-Chips zum Einsatz kommen, wie aus einer Pflichtmitteilung von Montag (Ortszeit) hervorgeht. Die Anlage ist auf eine Kapazität von bis zu acht Gigawatt ausgelegt und könnte damit zum größten einzelnen Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) weltweit werden.

Hitze und Trockenheit: Bauern erwarten leicht unterdurchschnittliche Ernte

Getreide, Raps, Kartoffeln: Wegen der Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen fallen die Ernten in Deutschland teils enttäuschend aus, vor allem im Süden und Westen. Zugleich bekämen die Landwirte "seit drei Jahren unterdurchschnittliche Erzeugerpreise" und ihre Kosten seien "sehr sehr stark gestiegen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Dienstag bei der Vorstellung der vorläufigen Erntebilanz in Berlin. Die Lage sei "wirtschaftlich sehr angespannt". Rukwied forderte finanzielle Unterstützung.

Textgröße ändern: