Deutsche Tageszeitung - Ostdeutschland liegt bei Wirtschaftsleistung zurück

Ostdeutschland liegt bei Wirtschaftsleistung zurück


Ostdeutschland liegt bei Wirtschaftsleistung zurück
Ostdeutschland liegt bei Wirtschaftsleistung zurück / Foto: ©

Ostdeutschland liegt bei der Wirtschaftsleistung auch weiterhin deutlich zurück. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichte 2020 rund 77,9 Prozent des westdeutschen Niveaus, Berlin mitgerechnet waren es 82,8 Prozent, zitierte das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Mittwoch aus dem Jahresbericht zur Deutschen Einheit, über den die Regierung am Morgen beraten wird. 2010 lag dieser Wert demnach bei 69,6 Prozent (mit Berlin bei 74,2 Prozent).

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"Der Trend ist somit eindeutig: Der Abstand zwischen Ost und West baut sich weiter schrittweise ab", zitierten die RND-Zeitungen aus dem Bericht. "Die Zahlenvergleiche machen aber zugleich deutlich, dass es auch gut 30 Jahre nach dem Fall der Mauer noch einen klar erkennbaren Abstand in der Wirtschaftskraft zwischen Ost und West gibt."

Zugleich nähmen die regionalen Unterschiede in Ostdeutschland zu. Dabei hätten besonders Berlin und das Berliner Umland in den vergangenen fünf Jahren deutlich aufgeholt. Berlin habe im Jahr 2020 mit 100,1 Prozent der Wirtschaftsleistung sogar erstmals den gesamtdeutschen Durchschnitt erreicht.

"Die politischen Einstellungen in den neuen und den alten Ländern gehören zu den wenigen verbleibenden Feldern, auf denen man weiterhin charakteristische Unterschiede findet", zitierte die Zeitung weiter. Kennzeichnend dafür sei eine in den neuen Ländern – im Vergleich zu den alten Ländern – durchgängig skeptischere, distanziertere und auch kritischer ausgeprägte Grundeinstellung gegenüber Politik.

Bei allen Unterschieden seien die Differenzen jedoch "durchweg gradueller und nicht substanzieller Art". So hätten sich laut einer Umfrage im Jahr 2020 in den alten Ländern 25 Prozent und in den neuen Ländern 33 Prozent der Befragten als "Mensch zweiter Klasse" empfunden. Die Unterschiede seien keineswegs so erheblich, dass sie das Zusammenwachsen in Deutschland grundsätzlich infrage stellten, zitierte das RND aus dem Bericht.

Der Jahresbericht wird vom Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder, Marco Wanderwitz (CDU), auf einer Pressekonferenz (11.30 Uhr) vorgestellt. Wanderwitz hatte kürzlich wegen Äußerungen über Demokratiedefizite im Osten Kritik auf sich gezogen. Wanderwitz sprach davon, dass Menschen in Ostdeutschland teilweise "in einer Form diktatursozialisiert" seien, dass sie nicht in der Demokratie angekommen seien.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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