Deutsche Tageszeitung - Autoexperte hält 90 Prozent Elektro-Neuzulassungen im Jahr 2030 für möglich

Autoexperte hält 90 Prozent Elektro-Neuzulassungen im Jahr 2030 für möglich


Autoexperte hält 90 Prozent Elektro-Neuzulassungen im Jahr 2030 für möglich
Autoexperte hält 90 Prozent Elektro-Neuzulassungen im Jahr 2030 für möglich / Foto: ©

Der Autoexperte Stefan Bratzel hält einen Neuzulassungsanteil von Elektrofahrzeugen von 90 Prozent im Jahr 2030 für möglich. "Ein schneller Markthochlauf der Elektromobilität bis zum Jahr 2030 ist möglich, aber sehr voraussetzungsvoll", erklärte Bratzel am Dienstag. Im Rahmen einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) zur Elektromobilität in Europa kam Bratzel zu dem Schluss, dass insbesondere staatliche Förderungen, Batteriepreise und der Ausbau der Ladeinfrastruktur von Bedeutung sind.

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Für das Jahr 2030 sei aufgrund verschärfter Klimaschutzregeln und bereits erlassener Zulassungsverbote für Verbrenner mit einer bedeutenden Zunahme der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen zu rechnen. In seiner Studie entwickelte Bratzel drei Szenarien, die für das Jahr 2030 Neuzulassungsanteile von 50 Prozent bei einer langsamen Entwicklung, 75 Prozent bei einer mittleren Entwicklung und 90 Prozent bei einer schnellen Entwicklung prognostizierten.

Um im Jahr 2030 auf 90 Prozent Elektro-Neuzulassungen zu kommen, seien ambitionierte regulatorische Vorgaben nötig, erklärte Bratzel. Außerdem beruhe die Berechnung auf der Annahme stark sinkender Batteriepreise und einer sehr gut ausgebauten Ladeinfrastruktur. In diesem schnellen Szenario rechnete Bratzel mit einem Anteil batteriebetriebener Elektroautos von 90 Prozent, zehn Prozent der neu zugelassenen Elektroautos wären demnach Plug-In-Hybride.

Im mittleren Szenario errechnete Bratzel einen Elektroanteil von 75 Prozent der Neuzulassungen, bei 25 Prozent würde es sich somit weiterhin um Verbrenner handeln. Die 75 Prozent Elektroautos setzten sich in diesem Szenario aus 80 Prozent batteriebetriebenen Fahrzeugen und 20 Prozent Plug-In-Hybriden zusammen.

Unter der Annahme negativer Einflussfaktoren ergab sich im langsamen Szenario laut Bratzel ein Elektro-Neuzulassungsanteil von 50 Prozent. Aufgrund massiver Probleme beim Ausbau der Ladeinfrastruktur würde es sich in diesem Szenario bei 30 Prozent der neu zugelassenen Elektroautos um Plug-In-Hybride handeln.

Um im Jahr 2030 das ambitionierte Szenario von 90 Prozent Elektro-Neuzulassungen zu erreichen, müssten laut Bratzel nicht nur entsprechende Förderungen gezahlt werden, sondern auch die Batteriepreise sinken. Den Aufbau einer "dichten und verlässlichen" Ladeinfrastruktur bezeichnete Bratzel als die größte Herausforderung. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, "dass durch den Hochlauf der Elektromobilität nicht die Mobilität von Geringverdienern eingeschränkt wird", warnte Bratzel weiter.

(L.Møller--DTZ)

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