Deutsche Tageszeitung - Ausmaß der massiven Schäden an der Verkehrsinfrastruktur noch immer unklar

Ausmaß der massiven Schäden an der Verkehrsinfrastruktur noch immer unklar


Ausmaß der massiven Schäden an der Verkehrsinfrastruktur noch immer unklar
Ausmaß der massiven Schäden an der Verkehrsinfrastruktur noch immer unklar / Foto: ©

Zerstörte Autobahnabschnitte, Schienen oder Brücken - die Unwetterkatastrophe in Teilen Deutschlands hat an der Infrastruktur massive Schäden hinterlassen. Das genaue Ausmaß war am Montag immer noch unklar. Im Rheinland gab es nach Angaben der Autobahn GmbH auch angesichts der Entspannung der Wetterlage zumindest keine wesentlichen Überflutungen mehr, es bestanden aber weiterhin mehrere Vollsperrungen auf zwei betroffenen Autobahnen, die vermutlich noch längere Zeit andauern. Gleise sind nach Angaben der Deutschen Bahn auf mehr als 600 Kilometern Länge betroffen.

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Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es infolge der Unwetter weiter eine Vollsperrung der A1 in Fahrtrichtung Koblenz zwischen dem Autobahnkreuz Köln-West und dem Autobahndreieck Erfttal sowie ebenfalls eine Vollsperrung der A1 in Fahrtrichtung Dortmund zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Hürth. Ein Engpass besteht demnach weiterhin auf der A1 in Fahrtrichtung Koblenz zwischen den Anschlussstellen Köln-Lövenich und Köln-Bocklemünd. Auf der A61 gibt es wegen erheblicher Schäden infolge der Unwetter eine Vollsperrung in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim in nahezu allen Abschnitten.

Vermutlich noch längere Zeit andauern werden auch die Beeinträchtigungen im Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Ein erstes Lagebild ergab nach Angaben der Deutschen Bahn "massive Beschädigungen an mehr als 80 Stationen und Haltepunkten, Gleisen auf mehr als 600 Kilometern Länge, Weichen, Signaltechnik, Stellwerken, Brücken sowie Fahrzeugen des Regional-, S-Bahnverkehr- und Güterverkehrs".

Nach wie vor gebe es kein umfassendes Lagebild. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, alle Schäden zu erfassen. Erst in den kommenden Tagen könne hierzu eine erste Bilanz gezogen werden - denn immer noch müsse an vielen Stellen Wasser abfließen und im Anschluss Schlamm und Geröll abgetragen werden. Seit Mittwoch seien rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns in den vom Unwetter betroffenen Regionen ununterbrochen im Einsatz.

Auch das Mobilfunknetz ist in den betroffenen Gebieten noch immer lückenhaft. Der größte deutsche Mobilfunkanbieter Vodafone erklärte am Montag, dass noch ein Sechstel der Funkstationen vom Netz abgeschnitten sei. Viele Standorte seien vom Hochwasser stark beschädigt oder völlig zerstört worden. Vodafone äußerte sich hoffnungsvoll, dass eine Grundversorgung im gesamten Katastrophengebiet noch in der laufenden Woche wiederhergestellt werden könne.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte der "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier" (Montagsausgaben), für eine Gesamtaufstellung der Schäden sei es noch zu früh. "Wenn an der Ahr von 35 Brücken wohl 20 zerstört sind, dann kann man jetzt schon die Riesenaufgabe, die vor uns steht, erahnen", sagte er den Zeitungen.

Auch was die Bahnverbindungen angehe, seien erste Prognosen für die Freigabe von Nebenstrecken "erst nach ausgiebiger Schadensbegutachtung möglich, die aufgrund der komplizierten Lage vor Ort aber nur langsam voranschreiten". Für Montag habe er mehrere Lagebesprechungen seines Ministeriums anberaumt.

Alleine auf der Rhein-Ahr-Bahn seien sieben Brücken und 27 Kilometer Gleisanlagen durch das Hochwasser zerstört worden, sagte Scheuer. Zur Behebung der massiven Schäden der Infrastruktur verwies er auf die Fluthilfe von Bund und Ländern, die sich bei den Extremhochwässern des Jahres 2013 bewährt habe.

Am Mittwoch berät das Kabinett in Berlin über ein Sofortprogamm für die betroffenen Gemeinden. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat es bereits auf über 300 Millionen Euro beziffert; für den langfristigen Wiederaufbau würden zudem Milliarden benötigt.

(W.Budayev--DTZ)

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