Deutsche Tageszeitung - Erzeugerpreise steigen im Juni so stark wie seit 1982 nicht mehr

Erzeugerpreise steigen im Juni so stark wie seit 1982 nicht mehr


Erzeugerpreise steigen im Juni so stark wie seit 1982 nicht mehr
Erzeugerpreise steigen im Juni so stark wie seit 1982 nicht mehr / Foto: ©

Der deutliche Preisanstieg unter anderem bei Metallen und Holz hat die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Juni so stark steigen lassen wie seit fast vierzig Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2020 legten sie um 8,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Dies war demnach der höchste Anstieg seit Januar 1982, als die Erzeugerpreise im Rahmen der zweiten Ölkrise um 8,9 Prozent zugelegt hatten.

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Gegenüber dem Vormonat Mai 2021 stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise im Juni um 1,3 Prozent, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Hauptverantwortlich für den Anstieg ist demnach die Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern und bei Energie

Vorleistungsgüter waren den Statistikern zufolge mit einem Plus von 12,7 Prozent deutlich teurer als im Juni 2020. Besonders hoch waren die Preisanstiege bei metallischen Sekundärrohstoffen aus Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott (88,1 Prozent) und bei Nadelschnittholz (84,6 Prozent). Metalle waren im Durchschnitt insgesamt 26,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

"Hauptgründe für den starken Anstieg der Stahl- und Holzpreise dürften die hohe Nachfrage im In- und Ausland sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen sein", erklärte das Bundesamt. Bei den Stahlpreisen kommen demnach außerdem kräftige Preissteigerungen für Eisenerzimporte (83,6 Prozent von Mai 2020 bis Mai 2021) hinzu.

Auch bei den Erzeugerpreisen für chemische Grundstoffe gab es ein starkes Plus gegenüber dem Vorjahresmonat (18,8 Prozent). Billiger als ein Jahr zuvor waren laut Bundesamt nur sehr wenige Vorleistungsgüter - etwa elektronische integrierte Schaltungen (minus 12,1 Prozent) und Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln (minus 23,7 Prozent).

Auch die Energiepreise lagen mit plus 16,9 Prozent deutlich höher als im Juni 2020. Geschuldet ist dies allerdings zu einem großen Teil dem sogenannten Basiseffekt, da die Energiepreise in der Corona-Krise zeitweilig massiv eingebrochen waren - entsprechend hoch ist der Anstieg im Vergleich. Hinzu kommt die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Bepreisung in Deutschland.

Ohne Berücksichtigung der Energie waren die Erzeugerpreise laut Bundesamt 6,0 Prozent höher als im Juni 2020.

(O.Tatarinov--DTZ)

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