Deutsche Tageszeitung - Deutsche Umwelthilfe kritisiert Online-Elektrohandel für "katastrophale" Sammelleistung

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Online-Elektrohandel für "katastrophale" Sammelleistung


Deutsche Umwelthilfe kritisiert Online-Elektrohandel für "katastrophale" Sammelleistung
Deutsche Umwelthilfe kritisiert Online-Elektrohandel für "katastrophale" Sammelleistung / Foto: ©

Fünf Jahre nach Einführung der Rücknahmepflicht von Elektroschrott für Händler hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Onlinehandel für seine "katastrophale" Sammelleistung kritisiert. "Noch immer machen es insbesondere viele Onlinehändler den Verbraucherinnen und Verbrauchern schwer, alte Elektrogeräte zurückzugeben", erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin Barbara Metz am Donnerstag. Die Umwelthilfe forderte eine Überarbeitung des Elektrogesetzes und mehr Transparenz bei der Sammelleistung der Händler.

Textgröße ändern:

Laut DUH war im Jahr 2019 eine Sammelquote von 44 Prozent erreicht worden - das Elektrogesetz schreibt hingegen eine Quote von 65 Prozent vor. Im Jahr 2020 seien 200.000 Tonnen Altgeräte eingesammelt worden - verkauft worden seien hingegen mehr als 2,8 Millionen Tonnen Neugeräte.

Insbesondere der Onlinehandel werden Kunden laut DUH oft nur unzureichend über ihre gesetzlichen Rückgaberechte aufgeklärt. Zudem sei die Rückgabe von Altgeräten häufig unnötig kompliziert. Onlinehändler müssten sich an flächendeckenden stationären Rücknahmesystemen beteiligen und deren weiteren Ausbau unterstützen, forderte die Umwelthilfe.

Die Organisation verlangte zudem eine Ausweitung der Rücknahmepflicht im Elektrogesetz. Händler sollten demnach prinzipiell verpflichtet werden, beim Neukauf eines Elektrogeräts ein entsprechendes Altgerät zurückzunehmen. Händler mit einer Verkaufsfläche von über 100 Quadratmetern sollten darüber hinaus prinzipiell verpflichtet werden, Elektroschrott zurückzunehmen.

Derzeit können Verbraucherinnen und Verbraucher alte Elektrogeräte kostenlos bei denjenigen Händlern zurückgeben, die Elektrogeräte auf einer Verkaufsfläche oder Lager- und Versandfläche von mindestens 400 Quadratmetern vertreiben. Dies betrifft insbesondere größere Elektrohändler und Baumärkte. Für kleine Geräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge gilt das unabhängig von einem Neukauf, für andere Geräte größer als 25 Zentimeter nur bei Neukauf eines Geräts der gleichen Art.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Rechtsstreit nach Unfall auf Rennstrecke: BGH gibt Versicherungskundin recht

In einem seit Jahren dauernden Rechtsstreit um Versicherungsschutz nach einem Motorradunfall bei einer Veranstaltung auf einer Rennstrecke hat sich eine Kundin vor dem Bundesgerichtshof (BGH) abschließend durchgesetzt. Der in den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen des Unternehmens vereinbarte Risikoausschluss für auf das Erreichen von Höchstgeschwindigkeit abzielende Fahrtveranstaltungen greife hier nicht, entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. (Az. IV ZR 251/25)

Neuer Arbeitsminister erhält Ernennungsurkunde von Steinmeier

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas hat der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag in Berlin das Dokument. Am Mittwochnachmittag legt Schweitzer dann im Bundestag seinen Amtseid ab. Davor nimmt er bereits erstmals an einer Sitzung des Bundeskabinetts teil.

Missbrauchsbeauftragte fordert besseren Schutz von Kindern im Netz

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, hat einen besseren Schutz Heranwachsender im Internet gefordert. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren", sagte Claus bei der Vorstellung ihres ersten Berichts am Dienstag in Berlin. Tagtäglich würden Kinder und Jugendliche im Netz Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung. So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe.

Arbeitgeber fordern mehr Tempo bei Reformen - Merz wirbt für Zuversicht

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat die Bundesregierung zu raschen Reformen aufgefordert. Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum in Deutschland seien "weniger Bürokratie, flexiblere Arbeit, niedrigere Belastungen und ein Staat, der schneller und digitaler wird", sagte Dulger am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen 20-Punkte-Plan der Arbeitgeber überreichte. Merz bekräftigte seinen Willen zu den "umfangreichsten Reformen seit Jahrzehnten" - und warb zugleich für mehr Zuversicht.

Textgröße ändern: