Deutsche Tageszeitung - Verkehrsunternehmen schätzen Hochwasserschäden auf mindestens 2,3 Milliarden Euro

Verkehrsunternehmen schätzen Hochwasserschäden auf mindestens 2,3 Milliarden Euro


Verkehrsunternehmen schätzen Hochwasserschäden auf mindestens 2,3 Milliarden Euro
Verkehrsunternehmen schätzen Hochwasserschäden auf mindestens 2,3 Milliarden Euro / Foto: ©

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) schätzt die Schäden durch die schweren Unwetter im Westen und Süden Deutschlands allein für den öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehr auf mindestens 2,3 Milliarden Euro. VDV-Präsident Ingo Wortmann erklärte in Berlin, die unmittelbaren Schäden an Bussen, Bahnen und der Schienen-Infrastruktur beliefen sich ersten Schätzungen zufolge auf 1,5 Milliarden Euro. Hinzu kämen die Mittel für den Wiederaufbau.

Textgröße ändern:

Es sei deutlich geworden, "dass wir zukünftig möglichst hochwassersicher bauen müssen", sagte Wortmann. Beim Wiederaufbau sei es auch sinnvoll, einen höheren Standard zugrunde zu legen, wie er im Zukunftsbündnis Schiene zwischen dem Verkehrsministerium und der Branche vereinbart worden sei. Der Mittelbedarf erhöhe sich so auf mindestens 2,3 Milliarden Euro. "Vor der Branche liegt ein Kraftakt", fügte Wortmann hinzu.

Die Unwetter haben schwere Zerstörungen vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen angerichtet; weitere Schäden entstanden den Verkehrsunternehmen in Baden-Württemberg und Sachsen. Der VDV vertritt mehr als 600 Unternehmen des Personen- und Schienengüterverkehrs.

Viele Schäden könnten noch nicht abschließend beurteilt werden, erklärte VDV-Präsident Wortmann. Erst schrittweise Ortsbegehungen mit Fachpersonal erlaubten detaillierte Abschätzungen. "Insofern gehen wir davon aus, dass die bisher bekannten Schäden die Untergrenze bilden".

Allein die Deutsche Bahn geht von 1,3 Milliarden Euro Schäden aus. Dazu kommen laut VDV Schäden an der Schieneninfrastruktur nicht-bundeseigener Bahnen wie der Rhein Sieg Eisenbahn oder der Rurtalbahn in Höhe von rund 107 Millionen Euro. Schäden an Fahrzeugen bezifferte der Verband mit rund 51 Millionen Euro. Weitere 0,9 Millionen Euro beträgt der Schaden an Betriebshöfen und weiteren Gebäuden.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Krise beim britischen Rundfunk: BBC streicht bis zu 2000 Stellen

Die britische Rundfunkanstalt BBC will bis zu 2000 Stellen streichen - fast zehn Prozent ihrer Belegschaft. In einer Mitteilung an die Mitarbeiter erklärte Interimschef Rhodri Talfan Davies am Mittwoch, Einzelheiten müssten noch ausgearbeitet werden, "aber die Gesamtzahl der Arbeitsplätze wird um 1800 bis 2000 sinken". Die BBC stehe unter "erheblichem finanziellen Druck, auf den wir zügig reagieren müssen".

USA werden Sanktionslockerung für russisches Erdöl nicht verlängern

Die USA werden im Zuge des Iran-Kriegs beschlossene Sanktionslockerungen für russisches Erdöl nicht verlängern. "Wir werden die Generallizenz für russisches Öl nicht verlängern", sagte US-Finanzminister Scott Bessent am Mittwoch in Washington.

Streik legt Lufthansa am Tag der 100-Jahr-Feier weitgehend lahm

Den dritten Tag in Folge hat ein Streik den Flugbetrieb der Lufthansa stark beeinträchtigt. Wegen eines Arbeitskampfs des Kabinenpersonals der Kernmarke des Konzerns fielen am Mittwoch hunderte Flüge aus. Nahezu alle Inlandsflüge der Lufthansa vom Frankfurter Flughafen und zahlreiche Auslandsflüge wurden gestrichen. Am Münchener Flughafen fielen nach Angaben des Betreibers insgesamt 380 Flüge aus, die meisten davon von der Lufthansa. Aus der Wirtschaft mehrten sich die Rufe nach Änderungen am Streikrecht.

Hubig: Kabinett beschließt kommende Woche Gesetz zur Speicherung von IP-Adressen

Die Bundesregierung will kommende Woche ihre Pläne für eine Speicherung von IP-Adressen durch Internetanbieter auf den Weg bringen. Das Bundeskabinett werde dann einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschieden, sagte Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) am Mittwoch bei einer Regierungsbefragung im Bundestag. Nach dem im Dezember veröffentlichten Referentenentwurf sehen die Pläne vor, dass Internetanbieter IP-Adressen künftig für mindestens drei Monate lang speichern müssen.

Textgröße ändern: