Deutsche Tageszeitung - Lokführergewerkschaft GDL will am Freitag über weiteres Vorgehen informieren

Lokführergewerkschaft GDL will am Freitag über weiteres Vorgehen informieren


Lokführergewerkschaft GDL will am Freitag über weiteres Vorgehen informieren
Lokführergewerkschaft GDL will am Freitag über weiteres Vorgehen informieren / Foto: ©

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte zuletzt mit neuen Streiks gedroht - am Freitag will die Gewerkschaft nun über ihr weiteres Vorgehen im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn informieren. Eine gütliche Lösung scheine "nicht in Sicht", erklärte die GDL am Donnerstag. Die Bahn rief die Gewerkschaft abermals zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

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Wie die Gewerkschaft mitteilte, äußert sich GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag um 11.00 Uhr auf einer Pressekonferenz in Berlin. Zugleich kritisierte die GDL, dass sich der Arbeitgeber "weiterhin taub" stelle und derzeit "kein verhandelbares Angebot" vorliege.

In der vergangenen Woche hatte die GDL den Güter- und Personenverkehr bestreikt und damit für erhebliche Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs gesorgt. Hintergrund ist, dass die Gewerkschaft Lohnerhöhungen von rund 3,2 Prozent und eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr fordert. Die Bahn will die Erhöhung in Stufen auf später verteilen bei einer längeren Laufzeit.

Eine Rolle in dem Tarifkonflikt spielt allerdings auch die Konkurrenz der GDL zur deutlich größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mit der sich die Bahn bereits im vergangenen September auf ein Corona-Tarifpaket geeinigt hatte. Das seit Jahresbeginn geltende Tarifeinheitsgesetz (TEG) schreibt vor, dass in einem Betrieb der Tarifvertrag mit der Gewerkschaft mit den meisten Mitglieder gilt. Die Bahn wirft der GDL vor, ihr gehe es in dem Tarifstreit darum, in Bereiche vorzudringen, in denen sie bislang kaum Mitglieder hat.

Von Seiten des Unternehmens kam am Donnerstag erneut der Appell an die Lokführergewerkschaft, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Kunden im Güter- und Personenverkehr dürften nicht weiter verunsichert werden, es liege alles auf dem Tisch, was für Verhandlungen notwendig sei, hieß es aus dem Konzern. Weitere Streiks seien unnötig; gefragt seien stattdessen Verhandlungs- und Lösungsbereitschaft.

GDL-Chef Weselsky hatte in der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch einen längeren Streik als vergangene Woche angekündigt. "Wir werden die Streiks ausweiten", sagte er der Zeitung. Arbeitsniederlegungen am Wochenende könne er dabei "nicht ausschließen".

(W.Budayev--DTZ)

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