Deutsche Tageszeitung - Arbeitsminister Heil will Ausbildungsmarkt weiter stärken

Arbeitsminister Heil will Ausbildungsmarkt weiter stärken


Arbeitsminister Heil will Ausbildungsmarkt weiter stärken
Arbeitsminister Heil will Ausbildungsmarkt weiter stärken / Foto: ©

Angesichts eines historischen Rückgangs bei neuen Ausbildungsverträgen wegen der Corona-Pandemie hat sich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für eine Stärkung des Ausbildungsmarkts ausgesprochen. "Der Ausbildungsmarkt befindet sich zwar weiter im Aufholprozess, aber er erholt sich langsamer als der Arbeitsmarkt insgesamt", sagte Heil den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). "Wir kämpfen weiter um jeden Ausbildungsplatz". Die Bundesregierung habe bereits 150 Millionen Euro in die betriebliche Berufsausbildung investiert.

Textgröße ändern:

Mit dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" würden Ausbildungsbetriebe unter anderem bis zu 6000 Euro Ausbildungsprämie pro Auszubildendem erhalten, sagte der Minister den Zeitungen. Die davon bereits abgerufenen 150 Millionen Euro seien "gut investiertes Geld in die Zukunft unseres Landes".

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, warnte vor einer weiteren Verschärfung der Situation auf dem Arbeitsmarkt. "Viele Auszubildende und Arbeitgeber finden nicht zusammen", sagte er. Dieser Trend verschärfe sich immer weiter. "31 Prozent der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber sind bislang unversorgt, 40 Prozent der Ausbildungsplätze sind noch frei", sagte Scheele.

Insbesondere Ausbildungsbetriebe in der Lagerwirtschaft, Logistik und beim Lebensmittelverkauf hätten Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden. "Aber auch Friseure, Hoteliers und Gastronomen finden nur schwer Auszubildende", sagte Scheele weiter. "Hier werden sich die Arbeitgeber Gedanken machen müssen, wie sie im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen können".

Auch Wirtschaftsverbände zeigen sich besorgt. "Es gibt noch zahlreiche Ausbildungsangebote in nahezu allen Branchen und Regionen, aber leider einen erheblichen Rückgang an Ausbildungsbewerberinnen und -bewerbern", sagte Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, den Funke-Zeitungen. Viele junge Menschen seien von der Corona-Pandemie "enorm verunsichert", hinzu komme ein Mangel an Berufsorientierung während des letzten Schuljahres.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung sank laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 auf einen historischen Tiefstand. Rund 465.700 Menschen begannen eine Ausbildung, das waren 9,3 Prozent weniger als im Jahr 2019. Das war der größte prozentuale Rückgang bei Ausbildungsverträgen seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1977.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Klingbeil: Zuckersteuer soll doch nicht für Getränke mit Süßstoff gelten

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat angekündigt, dass die geplante Zuckersteuer nun doch nicht für Getränke mit Süßstoff wie Cola Zero gelten soll. Eine Zuckersteuer auf zuckerfrei Getränke ergebe keinen Sinn, schrieb Klingbeil am Mittwoch auf Instagram. "Das wird nicht kommen." Laut einem Papier aus seinem Ministerium, das am Dienstag bekannt geworden war, sollten auch auf Getränke mit Süßstoff 26 Cent Aufschlag pro Liter fällig werden.

Auto-Expertin Keim sieht Chancen für VW - Stellenabbau unvermeidlich

Die Auto-Expertin Beatrix Keim hält harte Einschnitte und viele Stellenstreichungen bei Volkswagen für unvermeidlich, sieht in einer "Gesundschrumpfung" aber auch Chancen. Anschließend könne der Konzern über "rentable Marken, rentable Werke, eine dann effizientere, global orientierte Entwicklung und insgesamt eine Basis für die Zukunft" verfügen, sagte die Expertin vom Center Automotive Research in Duisburg dem Sender Bayern 2.

Einnahmen aus Erbschaft- und Schenkungsteuer auf neuen Höchstwert gestiegen

Der Fiskus hat im vergangenen Jahr von höheren Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer profitiert. Die Finanzverwaltungen setzten 2025 Erbschaft- und Schenkungsteuern von 21,4 Milliarden Euro fest - ein neuer Höchstwert, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Zurückzuführen ist der deutliche Anstieg von 60,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr demnach darauf, dass sich die festgesetzte Steuer bei großen Vermögensübertragungen von mindestens 20 Millionen Euro mehr als verdoppelte (plus 146,8 Prozent).

Ifo: Exporterwartungen deutscher Unternehmen stark gestiegen

Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich laut Umfrage des Ifo-Instituts deutlich verbessert. Die Erwartungen der Unternehmen stiegen im August auf 9,6 Punkte - im Juli lagen sie noch bei minus 2,8 Punkten, wie das Ifo am Mittwoch mitteilte. Der August-Wert sei der höchste seit Februar 2022, der Anstieg der stärkste seit Juni 2020.

Textgröße ändern: