Deutsche Tageszeitung - Eisenbahngewerkschaft EVG will bei GDL-Tarifabschluss Sonderkündigungsrecht prüfen

Eisenbahngewerkschaft EVG will bei GDL-Tarifabschluss Sonderkündigungsrecht prüfen


Eisenbahngewerkschaft EVG will bei GDL-Tarifabschluss Sonderkündigungsrecht prüfen
Eisenbahngewerkschaft EVG will bei GDL-Tarifabschluss Sonderkündigungsrecht prüfen / Foto: ©

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat bekräftigt, bei einem möglicherweise höheren Tarifabschluss der konkurrierenden Lokführergewerkschaft GDL mit der Deutschen Bahn ihr Sonderkündigungsrecht prüfen zu wollen. "Fakt ist, die aktuelle Tarifrunde für alle Beschäftigten der Deutschen Bahn wird von der EVG beendet", sagte der EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch.

Textgröße ändern:

Nach Abschluss der GDL-Tarifverhandlungen werde die EVG "auf der Grundlage des Sonderkündigungsrechtes ihr weiteres Vorgehen prüfen", fügte Hommel hinzu. Bereits im August hatte er in der "Rheinischen Post" hervorgehoben, dass im Tarifvertrag der EVG mit der Deutschen Bahn ein Sonderkündigungsrecht ausgehandelt worden sei - für den Fall, dass es mit einer anderen Gewerkschaft "wesentlich andere Regelungen" gebe. Diese Option werde die EVG ziehen, "wenn es notwendig wird. Dann wären wir auch von der Friedenspflicht befreit."

Die EVG hatte mit der Deutschen Bahn bereits 2020 einen Tarifvertrag ausgehandelt. Der Tarifkonflikt zwischen der GDL und dem Konzern dauert hingegen auch nach nunmehr drei Streikwellen weiter an. Das jüngste Angebot der Bahn hatte die Lokführergewerkschaft als nicht annehmbar zurückgewiesen. Nach Darstellung der Gewerkschaft will die Bahn die GDL auf ihren bisherigen Geltungsbereich beschränken - Tarifverträge für ihre in den vergangenen Monaten hinzugewonnenen Neumitglieder abzuschließen, wäre ihr dann nicht möglich.

Eine besondere Rolle in dem Konflikt spielt das Tarifeinheitsgesetz. Die GDL will Tarifverträge nicht nur für Lokführer und Zugbegleiter abschließen, sondern auch für andere Bereiche wie etwa Werkstätten oder Stellwerke. Laut Tarifeinheitsgesetz gilt in einem Betrieb jedoch nur ein Tarifvertrag. Sind mehrere Gewerkschaften in einem Betrieb vertreten, soll der ausgehandelte Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern gelten.

EVG-Chef Hommel forderte die GDL auf, ihre Mitgliederzahl zu nennen. "Nur so kann sie einen Anspruch auf die zukünftige Vertretung von Beschäftigen nachweisen", sagte er den Funke-Zeitungen. Die EVG hat nach eigenen Angaben 180.000 Mitglieder, bei der Deutschen Bahn liegt ihr Organisationsgrad zwischen 50 und 70 Prozent. Die GDL hat mehr als 38.000 Mitglieder. Derzeit vertritt die GDL laut EVG die Tarifinteressen der Beschäftigten in 16 von mehr als 300 Betrieben.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Mit Picknick-Korb: Neue E-Ente auf Pariser Automesse vorgestellt

Auf der Bremse ist eine Schildkröte abgebildet, auf dem Gaspedal ein Hase: Die neue E-Ente, eine elektrische Neuauflage des erfolgreichen 2CV-Modells von Citroën, ist voll von solchen Details. Ein knallroter Prototyp mit gelbkarierten Sitzen wurde am Montag bei der Pariser Automesse in Anwesenheit des Schauspielers Omar Sy vorgestellt.

Mit Picknick-Korb: Neue E-Ente auf Pariser Automesser vorgestellt

Auf der Bremse ist eine Schildkröte abgebildet, auf dem Gaspedal ein Hase: Die neue E-Ente, eine elektrische Neuauflage des erfolgreichen 2CV-Modells von Citroën, ist voll von solchen Details. Ein knallroter Prototyp mit gelbkarierten Sitzen wurde am Montag bei der Pariser Automesse in Anwesenheit des Schauspielers Omar Sy vorgestellt.

CDU will Stromsteuer "für alle" auf EU-Minimum absenken: Merz sieht "Spielräume"

Die CDU will zur Entlastung der Verbraucher die Stromsteuer "für alle" auf das europäische Minimum absenken und damit eine Zusage aus dem vergangenen Jahr einhalten. Das kündigte Parteichef Friedrich Merz am Montag in Berlin an und sagte, dafür sollten nun "finanzielle Spielräume im Haushalt" genutzt werden. Diese könne es geben, "wenn sich das Wachstum verfestigt und verstetigt", sagte der Kanzler.

Verwirrung um von Trump verkündete "Energie-Waffenruhe" - Kiew meldet neue russische Angriffe

Verwirrung um die von US-Präsident Donald Trump verkündete "Energie-Waffenruhe" im Ukraine-Krieg: Russland hat das Inkrafttreten einer solchen Einigung am Montag nicht bestätigt und nach Angaben Kiews erneut Energie-Anlagen in der Ukraine angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Kiew werde "reagieren", sollte sich Moskau nicht an die Waffenruhe halten. Die EU verhängte im wegen des russischen Angriffskriegs Sanktionen gegen zusätzliche fast 1600 Verantwortliche und Organisationen.

Textgröße ändern: