Deutsche Tageszeitung - Britischer Einzelhandel blickt auf düsteren Herbst

Britischer Einzelhandel blickt auf düsteren Herbst


Britischer Einzelhandel blickt auf düsteren Herbst
Britischer Einzelhandel blickt auf düsteren Herbst / Foto: ©

Großbritanniens Einzelhändlern droht ein düsterer Herbst mit Lieferschwierigkeiten angesichts der Probleme mit dem Brexit und der Corona-Pandemie. Viele Geschäfte könnten Probleme bekommen, vor der anstehenden Weihnachtssaison ihre Regale zu füllen, wie am Freitag veröffentlichte Daten der nationalen Statistikbehörde zeigen. Demnach hatten im August 6,5 Prozent der Firmen des Einzelhandels Probleme, ausreichend Rohstoffe, Güter und Dienstleistungen heranzuschaffen.

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Am schwersten waren demnach Kaufhäuser betroffen (18,2 Prozent), gefolgt von Textilfirmen mit 11,1 Prozent. Zugleich kämpften die Einzelhändler mit gesunkenen Einnahmen: Die Umsätze fielen im August um 0,9 Prozent verglichen mit dem Vormonat - das lag unter anderem daran, dass der Lebensmitteleinzelhandel verlor, da die Menschen wieder öfter Restaurants und Pubs besuchten.

Ökonomen sehen ein schlechtes Weihnachtsgeschäft auf den britischen Einzelhandel zukommen. Zum Mangel an Arbeitskräften kämen Probleme in der Lieferkette und eine bald wieder steigende Nachfrage, sagte Oliver Vernon-Harcourt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. Weihnachten werde von diesem "Gegenwind" betroffen sein und Konsumenten müssten möglicherweise wegen Knappheit "andere Entscheidungen treffen".

Dem Statistikamt zufolge waren zuletzt neun Prozent der Einzelhandelsfirmen zu Änderungen ihrer Lieferketten gezwungen oder mussten alternative Lösungen finden.

Das Vereinigte Königreich hat enorm mit den Folgen des Brexit zu kämpfen, was die mit der Pandemie verbundenen Schwierigkeiten noch verschärft. In mehreren Sektoren gibt es einen Arbeitskräftemangel, unter anderem bei Lkw-Fahrern, was zu Versorgungsengpässen führt. Die britische Regierung hatte deshalb kürzlich angekündigt, die im Zuge des Brexit geplanten vollständigen Grenzkontrollen für Waren aus der EU von Oktober auf Januar 2022 zu verschieben.

(M.Dorokhin--DTZ)

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