Deutsche Tageszeitung - Ifo-Institut: Weitere Schritte für wirksames internationales Steuerabkommen nötig

Ifo-Institut: Weitere Schritte für wirksames internationales Steuerabkommen nötig


Ifo-Institut: Weitere Schritte für wirksames internationales Steuerabkommen nötig
Ifo-Institut: Weitere Schritte für wirksames internationales Steuerabkommen nötig / Foto: ©

Die Einigung von 134 Ländern auf eine globale Mindeststeuer gilt als wichtiger Schritt in Richtung wirksamer Besteuerung multinationaler Unternehmen - trotzdem sind nach Einschätzung des Münchener Ifo-Instituts weitere konkrete Schritte nötig. Die Einigung sei "bemerkenswert", es handele sich um eine "Zäsur in der Geschichte der internationalen Steuerkoordination", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. Über entscheidende Details der Reform sei allerdings noch nicht verhandelt worden.

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Zentral sei insbesondere eine gemeinsame Definition des steuerpflichtigen Gewinns, erklärten die Ifo-Finanzexperten. Bei der Verlagerung der Besteuerungsrechte in Marktländer, die auf eine wirkungsvollere Besteuerung insbesondere von multinationalen Digitalkonzernen abzielt, würden zudem wegen der sehr hoch angesetzten Umsatzschwelle lediglich 88 Unternehmen erfasst.

Für Deutschland bedeutet die geplante Mindeststeuer trotz der exportorientierten Wirtschaft laut den Ifo-Experten keine Verluste. Der deutsche Staat könnte im Gegenteil über die nächsten fünf Jahre mit Mehreinnahmen von 0,8 bis 1,9 Milliarden Euro pro Jahr rechnen, je nach Ausgestaltung der Steuerreform.

Die Wirtschaftsexperten des Ifo-Instituts bewerteten die globale Mindeststeuer deshalb trotz der noch offenen Fragen positiv. "Die Einführung einer globalen effektiven Mindeststeuer dürfte den Anreiz, Gewinne in Niedrigsteuerländer zu verlagern, deutlich verringern und damit im Großen und Ganzen auch für einen faireren Wettbewerb zwischen den Unternehmen sorgen", erklärte der Leiter der Forschungsgruppe Steuer- und Finanzpolitik am Ifo-Institut, Florian Neumeier.

Im Juli hatten sich die Finanzminister der G20-Staaten auf eine globale Mindeststeuer für Großkonzerne geeinigt. Die Reform basiert auf zwei Säulen: Säule eins soll eine fairere Verteilung der Besteuerungsrechte der Staaten in Bezug auf die Gewinne großer multinationaler Konzerne sicherstellen. Die zweite Säule ist die globale Mindeststeuer, die bei mindestens 15 Prozent liegen soll.

(O.Tatarinov--DTZ)

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