Deutsche Tageszeitung - Bundesverband der Lkw-Branche warnt vor Fahrermangel in Deutschland

Bundesverband der Lkw-Branche warnt vor Fahrermangel in Deutschland


Bundesverband der Lkw-Branche warnt vor Fahrermangel in Deutschland
Bundesverband der Lkw-Branche warnt vor Fahrermangel in Deutschland / Foto: ©

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) warnt vor einem beständig zunehmenden Mangel an Lkw-Fahrern in Deutschland. "Großbritannien ist einfach nur der Blick in die Zukunft", sagte der BGL-Vorsitzende Dirk Engelhardt am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Aktuell fehlten in Deutschland zwischen 60.000 und 80.000 Fahrern, jedes Jahr gingen 30.000 in Rente - und das bei jährlichen Nachwuchszahlen zwischen 13.000 und 17.000.

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"Das Delta wird jedes Jahr größer", warnte Engelhardt. Die Gründe für den Mangel seien vielfältig: Eine BGL-Umfrage unter rund 4500 Lkw-Fahrern habe im wesentlichen drei Gründe ergeben. "Der erste liegt auf der Hand, das ist die Entlohnung", sagte Engelhardt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag erklärte, verdienten Lkw-Fahrer im Jahr 2020 im Durchschnitt 14,21 Euro die Stunde. In der Wirtschaft insgesamt lag der durchschnittliche Stundenverdienst für Fachkräfte dagegen bei 19,97 Euro brutto.

Problematisch sei zweitens der schlechte Ruf der Branche, führte Engelhardt weiter aus. Und drittens seien die Rahmenbedingungen des Berufs oft nur schwer erträglich: Die schlechte Planbarkeit von Verkehr, die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die fehlenden Parkplätze machten den Job für viele unattraktiv.

Für das Jahr 2021 erwarte er keine spürbaren Auswirkungen des Fahrermangels auf das Angebot in Supermärkten und im Einzelhandel. "Da werden die Unternehmen mit ihren Fahrern Klimmzüge machen, sodass unser Konsum normal befriedigt werden kann", sagte Engelhardt.

Wenn nicht massiv gegengesteuert werde, gehe er aber fest davon aus, "dass wir eben 2022 oder 2023 Situationen haben werden, wie in der ersten Coronawelle", warnte Engelhardt. Einzelne Sortimentsbereiche seien dann möglicherweise nicht mehr gefüllt, bestimmte Waren nicht mehr erhältlich.

(A.Stefanowych--DTZ)

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