Deutsche Tageszeitung - Facebook steigert Quartalsgewinn trotz Vorwürfen auf mehr als 9 Milliarden Dollar

Facebook steigert Quartalsgewinn trotz Vorwürfen auf mehr als 9 Milliarden Dollar


Facebook steigert Quartalsgewinn trotz Vorwürfen auf mehr als 9 Milliarden Dollar
Facebook steigert Quartalsgewinn trotz Vorwürfen auf mehr als 9 Milliarden Dollar / Foto: ©

Trotz der Kontroversen um den Umgang mit Hassnachrichten und Falschinformationen hat US-Internetriese Facebook eine Steigerung seines Quartalsgewinns auf mehr als 9 Milliarden US-Dollar (rund 7,8 Milliarden Euro) gemeldet. Die am Montag von dem Unternehmen veröffentlichten Zahlen zeigten einen Anstieg des Gewinns um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Insgesamt nutzen nun 2,91 Milliarden Menschen Facebooks Dienste.

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Stunden zuvor hatte es neue Vorwürfe gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg gegeben. Dieser soll laut einem Bericht der "Washington Post" einer Forderung der autoritären Regierung Vietnams zur Beschränkung "staatsfeindlicher" Beiträge nachgekommen sein.

"Diese erschütternden Dokumente belegen, dass die Facebook-Führung chronisch ernsthafte interne Alarmsignale ignoriert und den Profit über die Menschen gestellt hat", erklärte US-Senator Richard Blumenthal.

Erst am Wochenende war der Konzern wegen weiterer Enthüllungen zu seinem Umgang mit Gewaltaufrufen im wichtigen Markt Indien unter Druck geraten. Trotz Hinweisen eigener Analysten soll es laut unternehmensinternen Dokumenten versäumt worden sein, Falschinformationen und Hassnachrichten in seinen indischen Plattformen einzudämmen. Facebook sei sich bewusst gewesen, dass die schwache Moderation seine Plattformen anfällig für Missbrauch macht.

Facebook wird von der ehemaligen Produktmanagerin Frances Haugen beschuldigt, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen und dabei verheerende Folgen für Menschen, Demokratie und Gesellschaft in Kauf zu nehmen. Ein weiterer Informant legte kurz darauf nach und berichtete laut "Washington Post" von internen Diskussionen, in denen die mutmaßliche Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl 2016 über Facebooks Dienste heruntergespielt wurde.

Facebook hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. "Ich glaube, dass wir eine koordinierte Anstrengung sehen, durchgesickerte Dokumente zu verwenden, um ein falsches Bild von unserem Unternehmen zu zeichnen", sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz. Die Enthüllungen haben die Rufe nach einer strengeren Regulierungen von Facebook und Internetkonzernen insgesamt verstärkt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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