Deutsche Tageszeitung - Mieter werden künftig monatlich über Heizenergieverbrauch informiert

Mieter werden künftig monatlich über Heizenergieverbrauch informiert


Mieter werden künftig monatlich über Heizenergieverbrauch informiert
Mieter werden künftig monatlich über Heizenergieverbrauch informiert / Foto: ©

Mieterinnen und Mieter, Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer sollen künftig monatlich über ihren Heizenergieverbrauch informiert werden. Der Bundesrat stimmte am Freitag der neuen Heizkostenverordnung zu, verlangte aber eine Überprüfung schon nach drei Jahren. Die Länderkammer befürchtet, die Verordnung könne zu zusätzlichen Kosten für Mieter führen. Wird ihre Forderung umgesetzt, kann die Verordnung in Kraft treten.

Textgröße ändern:

Neu installierte Heizkostenzähler müssen dann aus der Ferne ablesbar sein. Bestehende Geräte müssen bis Ende 2026 nachgerüstet oder ersetzt werden. Den Datenschutz dabei soll eine Pflicht für die Hersteller sichern, nur Zähler nach Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik einzubauen.

Die Heizkostenabrechnung soll möglichst schon ab Januar 2022 einen Vergleich zum vorherigen Verbrauch und zum Durchschnittsverbrauch enthalten. Die Informationen können per Post, per E-Mail oder in einer App zur Verfügung gestellt werden. Ziel der Verordnung ist laut Regierung, Verbraucher zu einem "bewussten und sparsamen Umgang mit Wärmeenergie anzuregen".

Die neu installierten Zähler sollen in der Lage sein, Daten auch mit Geräten anderer Hersteller auszutauschen. So soll sichergestellt werden, dass ein ausreichender Wettbewerb gegeben ist und Messdienstunternehmen keine drastischen Preiserhöhungen durchsetzen können.

Genau das aber fürchtet der Bundesrat, er forderte die Bundesregierung daher auf, die Regelung bereits nach drei und nicht erst nach fünf Jahren zu überprüfen. Ziel sei, möglichst frühzeitig erkennen zu können, ob durch die Änderungen zusätzliche Kosten für Mieter entstehen und diese ohne Ausgleich belastet werden, erklärte die Länderkammer.

Auch der Deutsche Mieterbund (DMB) hatte schon im Vorfeld der Abstimmung vor zusätzlichen Kosten für Mieterinnen und Mieter gewarnt - etwa durch hohe Abrechnungskosten und drastische Preiserhöhungen der Messdienstunternehmen. Vermieterinnen und Vermieter könnten den Aufwand für neu eingebaute Geräte zum Anlass für eine Mieterhöhung wegen Modernisierung nehmen oder unter bestimmten Voraussetzungen die Anmietungskosten für die Geräte umlegen.

Im Bundesrat wurde am Freitag zudem ein Antrag der Länder Hamburg und Bremen zur Stärkung des Mieterschutzes bei Vermietung von möblierten Wohnungen und Kurzzeitverträgen kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Die beiden Stadtstaaten hatten kritisiert, dass die Regelungen zur Mietpreisbremse in der Praxis durch Kurzzeit- oder Kettenmietverträge umgangen werden.

Eine Mehrheit für das Vorhaben war nicht absehbar gewesen. Die Länder verhinderten mit der Absetzung von der Tagesordnung, dass der Vorstoß hinfällig wird und können nun weiter im Bundesrat für das Vorhaben werben.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: