Deutsche Tageszeitung - Saarstahl verzichtet auf Auslagerung von Ascoval nach Deutschland

Saarstahl verzichtet auf Auslagerung von Ascoval nach Deutschland


Saarstahl verzichtet auf Auslagerung von Ascoval nach Deutschland
Saarstahl verzichtet auf Auslagerung von Ascoval nach Deutschland / Foto: ©

Die teilweise Auslagerung des französischen Stahlwerks Ascoval nach Deutschland ist nach Angaben aus dem französischen Wirtschaftsministerium vom Tisch. Dies sei das Ergebnis einer Krisensitzung mit Vertretern des deutschen Mutter-Unternehmens Saarstahl, verlautete am Donnerstagabend aus Ministeriumskreisen. Gewerkschaftsangaben zufolge sollten 40 Prozent der Aktivitäten von Ascoval wegen der gestiegenen Strompreise in Frankreich zeitweise an deutsche Produktionsstätten ausgelagert werden.

Textgröße ändern:

Die Saarstahl-Pläne hatten in Frankreich für Empörung gesorgt, da die Hochöfen in Deutschland mit Kohle betrieben werden. "Ascoval ist ein Beispiel dafür, dass Stahlwerke in Europa emissionsfrei sein können", sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Es sei "absurd", die Aktivität "wegen punktuell hoher Strompreise" an deutsche Produktionsstätten auszulagern, sagte Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher.

Das französische Stahlwerk betreibt seine Hochöfen im Unterschied zu den deutschen Hochöfen mit Strom. Es hat derzeit einen Vertrag mit dem Stromanbieter GazelÉnergie, dessen Preise zuletzt deutlich gestiegen sind. Le Maire stellte staatliche Hilfen für Ascoval in Aussicht, unter anderem einen günstigeren Vertrag mit dem Stromanbieter EDF. "Wir arbeiten an Lösungen", sagte er. "Ascoval wird französisch bleiben."

Die französische Regierung bemüht sich seit Jahren, die Produktionsstätte zu erhalten, in der 270 Beschäftigte Stahl produzieren, der in einem anderen Unternehmen zu Eisenbahnschienen verarbeitet wird. Anfang des Jahres hatte die Regierung einen Kredit von 20 Millionen Euro bewilligt, um die Gehälter zu zahlen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Energiekonzern BP will sein Nordseegeschäft verkaufen

Der britische Öl- und Gaskonzern BP will seine Geschäftsaktivitäten in der Nordsee verkaufen. Die Nordsee spiele nach wie vor eine zentrale Rolle im britischen Energiesystem, erklärte BP-Chefin Meg O'Neill am Freitag. Der Konzern wolle jedoch sein Kapital auf die vielversprechendsten Möglichkeiten konzentrieren und sei daher der Ansicht, "dass unser Nordseegeschäft als Teil eines anderen Unternehmens besser aufgestellt sein wird".

Zahl der Arbeitslosen steigt im Juli wieder über drei Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli wieder über drei Millionen gestiegen. Dies habe vor allem jahreszeitliche Gründe, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Freitag mit. Demnach stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 71.000 auf 3.007.000. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent zu.

Vergütung für Azubis mit Tarifvertrag um 3,9 Prozent gestiegen

Auszubildende mit Tarifvertrag haben laut einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erneut von höheren Vergütungen profitiert. Im Ausbildungsjahr 2025/26 seien die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen im Schnitt um 3,9 Prozent gestiegen, teilte das WSI am Freitag mit. Mittlerweile gebe es nur noch sehr wenige Branchen, in denen Auszubildende im ersten Jahr laut Tarifvertrag weniger als 1000 Euro im Monat erhalten.

Rhein in den Niederlanden nahe deutscher Grenze mit historisch niedrigem Pegel

Wegen ausbleibenden Niederschlags hat der Wasserpegel des Rheins an der deutsch-niederländischen Grenze den niedrigsten jemals gemessenen Pegel erreicht. Am Messpunkt Lobith westlich von Emmerich in Nordrhein-Westfalen sei "noch nie" ein tieferer Wasserstand registriert worden, erklärte das niederländische Wasser- und Infrastrukturministerium am Donnerstag.

Textgröße ändern: