Deutsche Tageszeitung - Sri Lanka beendet Importverbot für Pestizide und andere chemische Pflanzenmittel

Sri Lanka beendet Importverbot für Pestizide und andere chemische Pflanzenmittel


Sri Lanka beendet Importverbot für Pestizide und andere chemische Pflanzenmittel
Sri Lanka beendet Importverbot für Pestizide und andere chemische Pflanzenmittel / Foto: ©

Angesichts einer Wirtschaftskrise mit sich stetig verschärfender Lebensmittelknappheit hat sich Sri Lanka von dem Ziel verabschiedet, das erste Land der Welt mit rein biologischem Anbau zu werden. Ab sofort dürften Pestizide und andere chemische Pflanzenmittel wieder importiert werden, erklärte Regierungsvertreter Udith Jayasinghe am Sonntag im Fernsehen. "Wir haben diese Entscheidung getroffen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten."

Textgröße ändern:

Sri Lanka wollte als erstes Land der Welt nur noch auf biologischen Anbau setzen. Präsident Gotabaya Rajapaksa hatte deshalb im Mai ein Komplettverbot für Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel verhängt. Daraufhin gaben viele Bauern und Teezüchter ihre Anbauflächen auf. In den vergangenen Wochen kam es zunehmend zu Engpässen bei Lebensmitteln. Allein in der vergangenen Woche verdoppelten sich die Preise für Reis und Gemüse. Supermärkte rationierten ihre Verkäufe pro Kunde.

Angesichts der Entwicklung war die Regierung Mitte Oktober bereits etwas zurückgerudert und hatte die Verwendung von Kunstdünger in Teeplantagen wieder zugelassen. Nun rückt sie ganz von ihren Bio-Plänen ab: Das Importverbot für Pestizide und andere chemischen Pflanzenmittel wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. "Wir erlauben wieder den Einsatz chemischer Mittel, die dringend gebraucht werden", sagte Udith Jayasinghe.

Vor allem Tee-Bauern, aber auch andere Landwirte, hatten gegen die Öko-Pläne zum Umweltschutz protestiert und vor geringeren Ernten gewarnt. Der Tee-Export ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, jährlich bringt er dem Inselstaat umgerechnet eine Milliarde Euro ein.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Künstliche Intelligenz: Tech-Chefs zu Gespräch mit Trump eingetroffen

Die Chefs der großen US-Tech-Konzerne sind zu einem Gespräch mit Präsident Donald Trump am Weißen Haus eingetroffen. Bei dem Arbeitsessen sollte es am Dienstag um eine mögliche Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) gehen, wie der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, mitteilte.

Französische Gewerkschaften: Mehr als 300.000 Menschen demonstrieren für höhere Löhne

Bei einem Protesttag für Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst sind in Frankreich nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag landesweit mehr als 300.000 Menschen auf die Straße gegangen. Dem Gewerkschaftsbund CGT zufolge demonstrierten in der Hauptstadt Paris 70.000 Menschen für höhere Löhne; in Marseille waren es 30.000. 11.000 protestierten demnach in Toulouse und 10.000 in Lille und Bordeaux.

Pistorius will 16 neue Airbus-Transportmaschinen vom Typ A400M kaufen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant den milliardenschweren Kauf von 16 neuen Maschinen des Transportflugzeugs A400M. Dazu führe sein Ministerium bereits sehr gute Gespräche mit dem Hersteller Airbus, sagte Pistorius am Dienstag in Bremen. Demnach verfügt die Bundeswehr bisher über 53 solche Maschinen. 16 von ihnen seien aber nur für logistische Einsätze ausgelegt und nicht für taktische Einsätze im Gefecht. Ihnen fehle etwa die nötige Raketenabwehr zum Selbstschutz.

Ölmagnat Dangote: Afrika wird bis 2030 bei Treibstoffen weitgehend autark sein

Der nigerianische Ölmagnat Aliko Dangote geht davon aus, dass Afrika bis 2030 seinen Bedarf an Kraftstoffen weitestgehend selbst decken wird. "Bis 2030 wird die Mehrheit der afrikanischen Länder autark sein", sagte der reichste Mann Afrikas am Dienstag in Nairobi der Nachrichtenagentur AFP. Am Mittwoch startet ein Großprojekt Dangotes: der Bau einer Raffinerie auf Lamu vor der kenianischen Küste.

Textgröße ändern: