Deutsche Tageszeitung - Verbraucherschützer fordern bessere Reparierbarkeit von Schuhen

Verbraucherschützer fordern bessere Reparierbarkeit von Schuhen


Verbraucherschützer fordern bessere Reparierbarkeit von Schuhen
Verbraucherschützer fordern bessere Reparierbarkeit von Schuhen / Foto: ©

Verbraucherschützer kritisieren, dass viele Schuhe ein Wegwerfprodukt sind - und auch bei den Bundesbürgern gibt es einer Umfrage zufolge großes Interesse an möglichst haltbarem Schuhwerk. Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollten keine Schuhe, die nur eine Saison halten und dann in die Müllverbrennung wandern, erklärte am Montag der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. "Schuhe zu reparieren, war früher selbstverständlich", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Damit Schuhe länger halten, müssten die Hersteller sie aber auch so entwerfen, dass sie repariert werden könnten, forderte Müller. In der Pflicht sieht Deutschland oberster Verbraucherschützer hier die Politik. Die künftige Bundesregierung müsse Hemmnisse abbauen und eine nachhaltigere Produktion fördern - dies komme nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel der Verbraucher zugute.

Konkret sollte nach Einschätzung des vzbv die EU-Ökodesign-Richtlinie dahingehend ergänzt werden, dass Schuhe aus Textilien und aus Leder "langlebiger, reparierbar und recyclingfähiger werden". Zudem müsse die Menge an Mikroplastik begrenzt werden, die durch Sohlenabrieb entsteht. Darüber hinaus solle die neue Bundesregierung "die Mehrwertsteuer auf Reparaturdienstleistungen senken, damit Schuhe keine Wegwerfware bleiben".

Laut einer Kantar-Umfrage im Auftrag des vzbv, für die im September insgesamt 1033 Menschen ab 18 Jahren befragt wurden, legt eine große Mehrheit bei Straßenschuhen für den Alltag großen Wert auf die Qualität. Für 93 Prozent ist die Haltbarkeit der Schuhe ein eher wichtiger oder sehr wichtiger Aspekt beim Schuhkauf, für 78 Prozent auch die umweltfreundliche Herstellung und das Material. 61 Prozent der Befragten sagen, es sei ihnen eher oder sehr wichtig, dass Schuhe repariert werden können.

Dabei liegt das größte Hemmnis auf dem Weg zur Reparatur laut den befragten Verbraucherinnen und Verbrauchern bereits im Design: 64 Prozent der Befragten geben als Begründung an, dass sich viele Schuhe gar nicht reparieren lassen. Für 59 Prozent ist die Schuhreparatur zu teuer im Verhältnis zum Neukauf und 47 Prozent finden keine Reparaturwerkstatt in der Nähe.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Rhein in den Niederlanden nahe deutscher Grenze mit historisch niedrigem Pegel

Wegen ausbleibenden Niederschlags hat der Wasserpegel des Rheins an der deutsch-niederländischen Grenze den niedrigsten jemals gemessenen Pegel erreicht. Am Messpunkt Lobith westlich von Emmerich in Nordrhein-Westfalen sei "noch nie" ein tieferer Wasserstand registriert worden, erklärte das niederländische Wasser- und Infrastrukturministerium am Donnerstag.

Atomstromproduktion in mehreren Ländern wegen niedriger Flusspegel unter Druck

Die Atomstromproduktion in mehreren europäischen Ländern ist wegen niedriger Pegelstände von Flüssen und deshalb fehlenden Kühlwassers stark unter Druck. In Rumänien sind zwei Reaktoren des Kraftwerks Cernavoda außer Betrieb, in Ungarn wurde die Leistung des Kernkraftwerks Paks gedrosselt. Auch in Frankreich wurden in dieser Woche Reaktoren wegen der hohen Temperaturen abgeschaltet.

Russland setzt Telegram-Chef Durow auf "Terroristen"-Liste

Russland hat den Chef des Onlinedienstes Telegram, Pawel Durow, auf eine schwarze Liste von "Terroristen und Extremisten" gesetzt. Der Name des 41-Jährigen war am Donnerstag in einem entsprechenden Register der russischen Finanzbehörde Rosfinmonitoring zu finden. Zur Begründung erklärte der russische Geheimdienst FSB, Telegram habe zugelassen, dass der ukrainische Geheimdienst die Plattform dazu nutzt, Russen für Angriffe auf die Infrastruktur zu gewinnen.

Ende des Tankrabatts: Inflation steigt im Juli auf voraussichtlich 2,8 Prozent

Die hohen Preise für Benzin und Diesel haben den Preisanstieg in Deutschland im Juli stark beschleunigt: Die Teuerung lag bei voraussichtlich 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Bis Juni hatte sich die Inflationsrate auf 2,3 Prozent verringert, ein gewichtiger Grund dafür war der staatliche Tankrabatt.

Textgröße ändern: