Deutsche Tageszeitung - Sorgen wegen neuer Coronavirus-Variante ziehen Börsen in den Keller

Sorgen wegen neuer Coronavirus-Variante ziehen Börsen in den Keller


Sorgen wegen neuer Coronavirus-Variante ziehen Börsen in den Keller
Sorgen wegen neuer Coronavirus-Variante ziehen Börsen in den Keller / Foto: ©

Die Angst vor weitreichenden wirtschaftlichen Folgen der neuen Corona-Variante Omikron hat die Börsen am Freitag weltweit einbrechen lassen. Verlierer des Börsentages waren insbesondere die Aktien von Airlines und Tourismusunternehmen, die angesichts neuer Reisebeschränkungen im unteren zweistelligen Bereich einbrachen. Die Entwicklungen in der Pandemie belasteten außerdem den Ölpreis, der um mehr als zehn Prozent sank.

Textgröße ändern:

Die in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante B.1.1.529 könnte noch ansteckender sein als die Delta-Variante, außerdem ist unklar, ob die Corona-Impfstoffe ausreichend gegen sie wirken. Die Variante schürt daher große Bedenken hinsichtlich der Erholung der Weltwirtschaft. Sie könnte stattdessen zu neuen Lockdowns und Reisebeschränkungen führen und das Wirtschaftswachstum vieler Länder bremsen.

Das spiegelte sich am Freitag an den Finanzplätzen wider: Die Indizes in Frankfurt am Main brachen um 4,15 Prozent ein, in London um 3,64 Prozent, in Paris waren es 4,75 Prozent.

Auch die Kurse an den asiatischen Börsen fielen stark. Die Handelsplätze in Tokio, Hongkong und Shanghai schlossen im Minus. Die Börse in São Paulo brach um knapp vier Prozent ein.

In den USA schloss die New Yorker Börse an einem wegen Thanksgiving verkürzten Handelstag deutlich im Minus. Der Leitindex der Wall Street gab um 2,53 Prozent nach, was deutlich über dem bisherigen Rekordverlust von 2021 lag (minus 2,09 Prozent im Juli). Der Nasdaq-Index fiel um 2,23 Prozent und der breiter gefasste S&P 500-Index um 2,27 Prozent.

Die Preise für Rohöl fielen je nach Sorte um mehr als zehn Prozent. Ihre Entwicklung hängt von konjunkturellen Vorhersagen ab. Sogar der Bitcoin, die führende Kryptowährung, brach um knapp acht Prozent ein.

Zugleich verwiesen Finanzmarktexperten wie Justin Tang von United First Partners darauf, dass die Welt mittlerweile an derlei schlechte Schlagzeilen gewöhnt sei. "Mit Mutationen wird gerechnet, sie sind nichts Unbekanntes." So prüft unter anderem bereits der Hersteller Biontech die Effektivität seines Impfstoffs gegen die neue Variante.

Mehrere Länder hatten nach Bekanntwerden der neuen Virusvariante angekündigt, den Flugverkehr mit Südafrika sowie auch mit Nachbarländern drastisch einzuschränken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Variante als "besorgniserregend" ein. Die WHO empfahl den Ländern, "weiterhin eine risikobasierte und wissenschaftliche Herangehensweise bei der Verhängung von Reisebeschränkungen anzuwenden".

Als erstes Land in Europa meldete Belgien am Freitag eine Infektion mit der neuen Coronavirus-Variante. Demnach wurde die Mutante bei einem aus Ägypten zurückkehrenden Reisenden festgestellt.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

24 Stunden in der Luft: Airbus A350 landet nach Rekordflug in Frankreich

Nach einer Rekordzeit von 24 Stunden und 24 Minuten in der Luft ist ein für extrem lange Strecken ausgebauter Airbus A350 in Frankreich gelandet. Das Flugzeug beendete am Dienstag seinen 23.076 Kilometer langen Testflug von der australischen Großstadt Melbourne nach Toulouse. Die australische Fluggesellschaft Qantas will das Flugzeug ab dem kommenden Jahr für Direktflüge nach Europa einsetzen.

Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland vielerorts aufgehoben oder gelockert

Knapp zwei Monate nach dem Beginn von Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland infolge ukrainischer Angriffe sind in mehreren Regionen die Beschränkungen wieder aufgehoben oder gelockert worden. Am Montag und Dienstag wurden die Maßnahmen in mindestens sieben Regionen aufgehoben oder gelockert, wie aus Angaben der Behörden und Medienberichten hervorging. Darunter waren die Hauptstadt Moskau, die zweitgrößte Metropole St. Petersburg sowie stark betroffene Regionen im Süden.

Bundesgerichtshof: Jahresentgelte für Riester-Bausparverträge unzulässig

Jahresentgelte für die Führung von Riester-Bausparverträgen sind unzulässig. Kunden würden so unangemessen benachteiligt, entschied am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Geklagt gegen die Landesbank Hessen-Thüringen hatten der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und Verbraucherverbände. Laut vzbv können Betroffene nun Geld zurückverlangen. (Az. XI ZR 83/25)

Merz fordert "zwingend" hunderte Milliarden Euro Einsparungen beim EU-Haushalt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat "zwingend" Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro beim nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union gefordert. Nötig sei ein Budgetentwurf "mit Kürzungen in allen Bereichen", sagte Merz am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irischen Premierminister Micheal Martin in Dublin. Anlass des Besuchs war die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland am 1. Juli.

Textgröße ändern: