Deutsche Tageszeitung - Südkoreas Präsident Yoon bietet Nordkorea Wirtschaftshilfe im Gegenzug für atomare Abrüstung an

Südkoreas Präsident Yoon bietet Nordkorea Wirtschaftshilfe im Gegenzug für atomare Abrüstung an


Südkoreas Präsident Yoon bietet Nordkorea Wirtschaftshilfe im Gegenzug für atomare Abrüstung an
Südkoreas Präsident Yoon bietet Nordkorea Wirtschaftshilfe im Gegenzug für atomare Abrüstung an / Foto: © AFP

Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol hat Nordkorea im Gegenzug für eine atomare Abrüstung umfangreiche Wirtschaftshilfen angeboten. Die "kühne Initiative", die ihm vorschwebe, werde "die Wirtschaft Nordkoreas und die Lebensbedingungen seiner Bevölkerung schrittweise erheblich verbessern" sagte Yoon in einer Rede zum Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft im Jahr 1945. Pjöngjang hatte am Sonntag mit scharfen Worten auf Äußerungen von UN-Generalsekretär António Guterres zu atomarer Abrüstung geantwortet.

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Der südkoreanische Staatschef Yoon nannte eine Denuklearisierung Nordkoreas in seiner Rede "essenziell" für dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel. Der von ihm vorgeschlagene Entwicklungsplan für den Nachbarstaat sähe seinen Worten zufolge Hilfe bei Lebensmittel- und Energieversorgung sowie bei der Modernisierung von Häfen, Flughäfen und Krankenhäusern vor.

Yoon hatte Pjöngjang bereits bei seiner Antrittsrede im Mai umfangreiche Wirtschaftshilfe im Gegenzug für atomare Abrüstung in Aussicht gestellt. Experten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass Pjöngjang ein solches Angebot annimmt, allerdings verschwindend gering. Nordkorea investiert jährlich einen großen Teil seiner Wirtschaftsleistung in sein Rüstungsprogramm und hat mehrfach deutlich gemacht, dass es keine Absicht habe, auf Angebote zur Denuklearisierung einzugehen.

Am Sonntag hatte der stellvertretende nordkoreanische Außenminister Kim Son Gyong der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge UN-Generalsekretär Guterres "gefährliche Worte und Taten" vorgeworfen, nachdem dieser bei einem Besuch in Südkorea eine Denuklearisierung Nordkoreas ein "grundlegendes Ziel" genannt hatte.

Am Donnerstag hatte Kim Yo Jong, die mächtige Schwester von Machthaber Kim Jong Un, Südkorea dafür verantwortlich gemacht, dass sich das Coronavirus nach Nordkorea ausgebreitet hatte - und mit "tödlicher" Vergeltung gedroht.

Nordkorea hat in diesem Jahr so viele Waffentests durchgeführt wie nie zuvor. Unter anderem schoss das Land erstmals seit 2017 eine ballistische Interkontinentalrakete ab.

Im Juli erklärte Machthaber Kim Jong Un, sein Land sei "bereit," seine nukleare Abschreckung einzusetzen, falls es zu einem militärischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten oder Südkorea komme.

(M.Travkina--DTZ)

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