Deutsche Tageszeitung - EU einigt sich auf Importverbot für bestimmte Rohstoffe aus Entwaldungsgebieten

EU einigt sich auf Importverbot für bestimmte Rohstoffe aus Entwaldungsgebieten


EU einigt sich auf Importverbot für bestimmte Rohstoffe aus Entwaldungsgebieten
EU einigt sich auf Importverbot für bestimmte Rohstoffe aus Entwaldungsgebieten / Foto: © AFP/Archiv

Die EU hat sich auf ein Importverbot für bestimmte Rohstoffe geeinigt, deren Produktion die Entwaldung vorantreibt. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Demnach verständigten sich die 27 EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlament in der Nacht auf eine Regelung, wonach unter anderem Palmöl, Kaffee, Kakao und Soja nur eingeführt werden dürfen, wenn deren Erzeugung nicht auf nach Dezember 2020 abgeholzten Waldflächen erfolgte.

Textgröße ändern:

Unternehmen müssen nach den Angaben der EU-Kommission künftig "genaue geografische Informationen zu den Anbauflächen" bereitstellen. Das neue Gesetz stelle sicher, dass bestimmte für den EU-Markt bestimmte Schlüsselprodukte nicht länger zur Entwaldung und Waldzerstörung in der EU und anderswo auf der Welt beitrügen, erklärte Brüssel weiter. Wenn es in Kraft trete, müssten alle Importunternehmen dafür die entsprechenden Sorgfaltspflichten tragen.

Die Liste der Rohstoffe umfasst neben Nahrungsmitteln unter anderem auch Holz und Gummi. Auch sie werden in dem Gesetz als "Treiber der Entwaldung" identifiziert, sofern sie auf nach Dezember 2020 entwaldeten Anbauflächen erzeugt wurden. Die EU muss das Gesetz noch formal billigen, bevor es in Kraft tritt. Händler haben dann 18 Monate, um die neuen Regeln umzusetzen.

Der Entwurf war im November 2021 von der EU-Kommission vorgelegt worden. Im Juni hatten sich die Umweltminister der 27 EU-Ländern grundsätzlich darauf verständigt, Importe und Exporte bestimmter Waren "entwaldungsfrei" zu gestalten. Das EU-Parlament sprach sich anschließend allerdings noch für strengere Regeln aus, deshalb waren weitere Verhandlungen erforderlich.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Macron: G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei

Die G7-Länder haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt. Dies solle in den kommenden vier Monaten geschehen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron anlässlich einer Videokonferenz der G7-Vertreter zur Energiekrise am Freitag. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe von Reserven gedrängt, um die Verbraucherpreise zu senken.

Textgröße ändern: