Deutsche Tageszeitung - Eon-Chef fordert Investitionsschub für Erneuerbare und Netze in diesem Jahr

Eon-Chef fordert Investitionsschub für Erneuerbare und Netze in diesem Jahr


Eon-Chef fordert Investitionsschub für Erneuerbare und Netze in diesem Jahr
Eon-Chef fordert Investitionsschub für Erneuerbare und Netze in diesem Jahr / Foto: © AFP/Archiv

Der Chef des Energiekonzerns Eon, Leonhard Birnbaum, hat angesichts der Energiekrise in Europa neuen Schub für Investitionen in Erneuerbare Energien, in Energienetze und in die Wasserstofftechnologie gefordert. "Wir müssen die Energiewende massiv vorantreiben", sagte er am Dienstag vor Journalistinnen und Journalisten in Berlin. Denn der Wohlstand Deutschlands "steht auf dem Spiel".

Textgröße ändern:

Deutschland habe zwar aktuell einen vergleichsweise geringen Gasbedarf und einen "enorm hohen Speicherstand", sagte Birnbaum. Damit würden auch die Gaspreise sinken, sie blieben im Vergleich zu früheren Jahren aber auf einem sehr hohen Niveau. Zu verdanken sei dies vor allem dem für die Jahreszeit warmen Wetter. Die Industrie habe zudem in den vergangenen Monaten 20 Prozent Gas eingespart, die Privathaushalte aber nur rund zehn Prozent.

"Das ist nicht genug", mahnte Birnbaum. "Wir können nicht darauf bauen, dass uns wieder ein warmer Winter helfen wird." Er habe den Eindruck, "dass sich gerade viele in einem falschen Gefühl von Sicherheit wiegen".

Doch: Die Energiekrise sei nicht beendet, auch 2023 werde ein Krisenjahr sein. Daher müsse Deutschland "fortlaufend und konsequent" Gas einsparen und die Bezugsquellen "so schnell wie möglich weiter diversifizieren". Kurzfristig brauche Deutschland "viel LNG", also Flüssigerdgas. Langfristig müssten die Erneuerbaren "richtig durchstarten".

Dafür müssten jetzt die Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigt werden. "Wir müssen wegkommen von Prozessen, die darauf ausgelegt sind, dass kaum etwas möglich ist, alles doppelt und dreifach geprüft wird", sagte Birnbaum. Für den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze seien wirkungsvolle Investitionsanreize für internationale Kapitalgeber nötig. Die Europäische Union müsse eine "angemessene Verzinsung" dieser Investitionen bieten.

Eon ist tätig in den Bereichen Energienetze und Energiedienstleistungen. Zudem betreibt der Konzern noch das Atomkraftwerk Isar 2, das nach den Plänen der Regierung am 15. April vom Netz gehen soll. Birnbaum kündigte an, der Konzern werde 2023 die grüne Transformation durch massive Investitionen in den Ausbau der europäischen Energienetze vorantreiben. Produkte und Prozesse wolle Eon "mit jedem Tag ein Stück digitaler machen".

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Produktion von Benzin und Diesel in Deutschland gestiegen - Einfuhr gesunken

Die Raffinerien in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Diesel und Benzin aus Rohöl hergestellt - die Einfuhren beider Kraftstoffe dagegen gingen zurück. Produziert wurden 15,8 Millionen Tonnen Diesel, das waren 9,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Die Produktionsmenge von Motorenbenzin stieg um 1,8 Prozent auf elf Millionen Tonnen.

Statistisches Bundesamt: Ländliche Gemeinden altern deutlich zügiger als Städte

Die Bevölkerung in den ländlichen Gemeinden in Deutschland altert stärker als jene in den Städten. Zwischen 2011 und 2025 erhöhte sich das Durchschnittsalter auf dem Land um zweieinhalb Jahre von 44,3 auf 46,8 Jahre, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. In den Großstädten nahm das Durchschnittsalter dagegen nur leicht um einen Wert von 0,3 Jahre auf 43,5 Jahre zu.

Frankreichs Regierung stellt Haushaltsentwurf vor

Die französische Regierung will am Donnerstag (ab 08.30 Uhr) ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorstellen. Dieser soll dann im Herbst in der Nationalversammlung debattiert werden. Parallel dazu könnte es zu Protesten in der Bevölkerung kommen. Premierminister Sébastien Lecornu hatte bereits Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Derzeit steht Frankreich finanziell so schlecht da wie lange nicht.

Erneuter Tankrabatt tritt in Kraft

Am Donnerstag tritt der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt in Kraft. Bis zum 31. Dezember sinken damit die Steuersätze auf Benzin und Diesel um jeweils rund 17 Cent pro Liter. Hintergrund sind die massiv gestiegenen Preise für Benzin und Diesel, die durch die Verwerfungen auf den Ölmärkten wegen des Iran-Kriegs deutlich in die Höhe geschnellt sind. Veranschlagt werden für die Maßnahme 2,5 Milliarden Euro.

Textgröße ändern: