Deutsche Tageszeitung - Böckler-Stiftung: Erhöhter Mindestlohn kommt überwiegend bei den Menschen an

Böckler-Stiftung: Erhöhter Mindestlohn kommt überwiegend bei den Menschen an


Böckler-Stiftung: Erhöhter Mindestlohn kommt überwiegend bei den Menschen an
Böckler-Stiftung: Erhöhter Mindestlohn kommt überwiegend bei den Menschen an / Foto: © AFP/Archiv

Der erhöhte Mindestlohn kommt bei den Menschen an. Nach einer Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung bringt er Millionen Beschäftigten nicht nur mehr Geld pro Stunde, sondern auch am Ende des Monats: Die Arbeitgeber hätten auf die Erhöhung überwiegend "nicht etwa mit Arbeitszeitreduzierungen reagiert, wovor im Vorfeld manche Gegner gewarnt hatten", teilte die gewerkschaftsnahe Stiftung am Mittwoch mit.

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Die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde zum 1. Oktober betraf über sechs Millionen Beschäftigte. Die Hans-Böckler-Stiftung befragte im November über 5100 Beschäftigte, daraus errechnete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung nun den durchschnittlichen Zuwachs.

Wer einen erhöhten Stundenlohn hatte, sollte angeben, ob das auch auf das Monatsgehalt zutrifft. Das Ergebnis: Bei rund vier Fünftel der Befragten war das der Fall. Dabei hatten 19 Prozent über 200 Euro und 21 Prozent zwischen 100 und 200 Euro mehr zur Verfügung. Bei 38 Prozent waren es zwischen 50 und 100 Euro und bei 22 Prozent unter 50 Euro.

Im Durchschnitt ergeben sich daraus Zuwächse von monatlich 155 Euro für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte, 104 Euro für Teilzeitbeschäftigte und 59 Euro für geringfügig Beschäftigte. Dieses zusätzliche Geld sei für die Menschen in Zeiten hoher Inflation "eine wichtige Hilfe" und dürfte auch zur Stabilisierung des gesamtwirtschaftlichen Konsums beitragen, erklärte das WSI.

Gleichwohl berichteten auch acht Prozent der Befragten von bekannten Fällen aus dem Umfeld, in denen der höhere Mindestlohn gar nicht gezahlt wird. "Mindestlohnumgehungen sind also offensichtlich weiterhin ein Problem, dem die Behörden durch bessere Kontrollen nachgehen müssen", erklärte der Autor der Studie, Toralf Pusch.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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