Deutsche Tageszeitung - US-Abtreibungsgegner halten jährlichen "Marsch für das Leben" ab

US-Abtreibungsgegner halten jährlichen "Marsch für das Leben" ab


US-Abtreibungsgegner halten jährlichen "Marsch für das Leben" ab
US-Abtreibungsgegner halten jährlichen "Marsch für das Leben" ab / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Sieben Monate nach der Aufhebung des landesweiten Grundrechts auf Schwangerschaftsabbrüche in den USA sind tausende Abtreibungsgegner zu ihrem jährlichen "Marsch für das Leben" in Washington zusammengekommen. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie "Betet für das Ende von Abtreibungen" und "Liebt das Leben - entscheidet euch für das Leben" und ein Kreuz mit der Aufschrift "In Erinnerung an abgetriebene Kinder".

Textgröße ändern:

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im vergangenen Juni mit seiner konservativen Richtermehrheit das seit fast 50 Jahren geltende Grundsatzurteil "Roe v. Wade" aufgehoben, das ein landesweites Grundrecht auf Abtreibungen verankert hatte. Damit bekamen Bundesstaaten das Recht, Schwangerschaftsabbrüche massiv zu beschränken oder ganz zu verbieten. Zahlreiche konservative Bundesstaaten haben dies inzwischen getan.

Abtreibungsgegner setzen aber ihren Kampf gegen Schwangerschaftsabbrüche in den Bundesstaaten fort, in denen die Prozedur noch legal ist. Konservative Politiker haben auch ein landesweites Abtreibungsverbot ins Spiel gebracht.

"Die Schlacht ist sicherlich noch nicht vorbei", sagte die 78-jährige Demonstrantin Kathleen Pilié beim "Marsch für das Leben" (March for Life) in Washington. "Viele Bundesstaaten bieten noch Abtreibungen an." Um das zu ändern, müssten "Herzen und Köpfe" beeinflusst werden.

Die Entscheidung des Supreme Court zum höchst umstrittenen Thema Abtreibungsrecht im Juni hatte ein politisches Erdbeben ausgelöst. Sie wurde von Abtreibungsgegnern bejubelt und von Verfechtern des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch empört verurteilt. Die Demokraten von Präsident Joe Biden nutzten das Thema unter anderem im Wahlkampf vor den als Midterms bekannten Zwischenwahlen im November, um Wähler zu mobilisieren. Die Biden-Regierung hat das Ziel ausgerufen, den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen trotz des Supreme-Court-Urteils zu bewahren.

Der diesjährige "Marsch für das Leben" fand zwei Tage vor dem 50. Jahrestag der Verkündung von "Roe v. Wade" am 22. Januar 1973 statt. Vizepräsidentin Kamala Harris wird am Sonntag anlässlich des Jahrestags eine Rede zum Thema Schwangerschaftsabbrüche halten.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Frankreichs Regierung stellt Haushaltsentwurf vor

Die französische Regierung will am Donnerstag (ab 08.30 Uhr) ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorstellen. Dieser soll dann im Herbst in der Nationalversammlung debattiert werden. Parallel dazu könnte es zu Protesten in der Bevölkerung kommen. Premierminister Sébastien Lecornu hatte bereits Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Derzeit steht Frankreich finanziell so schlecht da wie lange nicht.

Erneuter Tankrabatt tritt in Kraft

Am Donnerstag tritt der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt in Kraft. Bis zum 31. Dezember sinken damit die Steuersätze auf Benzin und Diesel um jeweils rund 17 Cent pro Liter. Hintergrund sind die massiv gestiegenen Preise für Benzin und Diesel, die durch die Verwerfungen auf den Ölmärkten wegen des Iran-Kriegs deutlich in die Höhe geschnellt sind. Veranschlagt werden für die Maßnahme 2,5 Milliarden Euro.

Trump droht früherem Fed-Chef Powell mit neuen Ermittlungen

US-Präsident Donald Trump hat dem früheren Zentralbankchef Jerome Powell mit neuen strafrechtlichen Ermittlungen gedroht - obwohl staatliche Aufseher Trumps Betrugsvorwürfe entkräftet haben. Powell müsse wegen "Korruption oder Unfähigkeit" verklagt werden, schrieb der Präsident am Mittwoch in einer langen Botschaft in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump hatte Powell überzogene Kosten bei der Renovierung des Zentralbankgebäudes in Washington unterstellt.

Israel: Flydubai-Maschine entgeht laut Regierung knapp einem Terroranschlag

Ein Linienflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai ist auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv nach Einschätzung der israelischen Regierung knapp einem Terroranschlag entgangen. Der Copilot habe den Piloten niedergestochen und versucht, das Flugzeug mit 174 Passagieren an Bord zum Absturz zu bringen, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch. Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem "versuchten dschihadistischen Terroranschlag", Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) von einem "versuchten Entführungsfall".

Textgröße ändern: