Deutsche Tageszeitung - "Genozid"-Ermittlungen nach Tod von hundert Indigenen-Kindern in Brasilien

"Genozid"-Ermittlungen nach Tod von hundert Indigenen-Kindern in Brasilien


"Genozid"-Ermittlungen nach Tod von hundert Indigenen-Kindern in Brasilien
"Genozid"-Ermittlungen nach Tod von hundert Indigenen-Kindern in Brasilien / Foto: © AFP

Nach dem Tod von etwa hundert Kindern im Indigenen-Schutzgebiet der Yanomami sind in Brasilien Ermittlungen wegen "Genozid"-Verdachts eingeleitet worden. Dies gab Justizminister Flávio Dino am Dienstag im Fernsehen bekannt. "Wir denken, dass es sehr klare Hinweise darauf gibt, dass dieser indigenen Bevölkerung Nahrungs- und Sanitärhilfe verweigert wurde." Die Ermittlungen richteten sich unter anderem gegen für das Gebiet zuständige Beamte.

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Zuvor hatte eine offizielle Untersuchung ergeben, dass in dem Indigenen-Schutzgebiet der Yanomami im vergangenen Jahr etwa hundert Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung, Lungenentzündung, Malaria oder anderen Infektionskrankheiten gestorben sind. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren darunter 67 Kinder unter einem Jahr.

Auf dem Yanomami-Territorium leben rund 30.400 Menschen. Das Gebiet erstreckt sich über die Bundesstaaten Roraima und Amazonas sowie Teile des benachbarten Venezuela. Aufgrund der Zerstörung des Regenwaldes haben sie zunehmend Schwierigkeiten, sich zu ernähren. Zudem werden sie von illegalen Goldgräbern in der Region bedrängt und angegriffen.

Unter dem rechtsradikalen Ex-Präsidenten Bolsonaro hatten Brände und Abholzungen im brasilianischen Regenwald stark zugenommen. Der neue Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva versprach bei seinem Amtsantritt zu Beginn dieses Jahres, die Abholzung zu stoppen und Schutzprogramme zu reaktivieren.

(A.Nikiforov--DTZ)

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