Deutsche Tageszeitung - Fischerei mit Grundschleppnetzen soll in EU ab 2030 tabu sein

Fischerei mit Grundschleppnetzen soll in EU ab 2030 tabu sein


Fischerei mit Grundschleppnetzen soll in EU ab 2030 tabu sein
Fischerei mit Grundschleppnetzen soll in EU ab 2030 tabu sein / Foto: © AFP

Das Fischen mit Grundschleppnetzen soll in Europa ab 2030 tabu sein, zumindest in geschützten Meeresgebieten. Die EU-Kommission stellte dazu am Dienstag in Brüssel einen Aktionsplan vor, der auf eine nachhaltigere Fischerei abzielt. Einen Gesetzesvorschlag will die Brüsseler Behörde allerdings nach eigenen Angaben nicht vorlegen - zumindest nicht vor den Europawahlen im kommenden Jahr.

Textgröße ändern:

Stattdessen rief der für Fischerei zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevicius die Mitgliedstaaten zu "nationalen Maßnahmen" auf. Das Fischen mit Grundschleppnetzen und ähnlichen Vorrichtungen bleibe "sehr weit verbreitet", beklagte er, vor allem im nordöstlichen Atlantik. Darunter seien auch zahlreiche geschützte Gebiete.

Umweltschützer beklagen immense und irreparable ökologische Schäden durch die Grundschleppnetzfischerei. Dabei ziehen Fischkutter riesige trichterförmige Netze über den Meeresboden. Die mit Metallplatten und Holz beschwerten Netze pflügen den Bereich regelrecht um. In der deutschen Nordsee werden solche Netze vor allem zum Fang von Krabben, Plattfischen wie Schollen oder bodennah lebenden Fischen wie Kabeljau eingesetzt.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Niedrige Füllstände: Reiche ordnet mehr Gaseinspeicherung an

Angesichts der aktuell niedrigen Füllstände deutscher Gasspeicher hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das bundeseigene Energieunternehmen Sefe zur vermehrten Einspeicherung aufgefordert. Der zentrale Grund dafür liege "in den weiter andauernden geopolitischen Risiken", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch in Berlin. Aus Sicht der Krisenvorsorge sei dieser Schritt "ein wichtiger zusätzlicher Beitrag, um die Resilienz der deutschen Gasversorgung zu erhöhen".

Drohnenerkennungssystem am Flughafen Berlin Brandenburg in Betrieb genommen

Nach wiederholten Drohnensichtungen im Umfeld deutscher Flughäfen hat der Hauptstadtairport Berlin Brandenburg ein System zur Erkennung von Drohnen in Betrieb genommen. Die Deutsche Flugsicherung soll damit Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig erkennen und die zuständigen Stellen über mögliche Gefährdungen für den Luftverkehr informieren können, wie das Bundesverkehrsministerium am Mittwoch mitteilte.

Arbeitslosigkeit sinkt im September leicht - Herbstbelebung startet aber schwach

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September wieder unter die Schwelle von drei Millionen gefallen - die übliche Herbstbelebung am Arbeitsmarkt fällt bislang aber verhalten aus. "Die wirtschaftliche Verbesserung kommt auf dem Arbeitsmarkt derzeit noch nicht an", erklärte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles. Aus der Industrie werden daher weitere Rufe nach Reformen laut.

Übernahme von Tegut-Filialen durch Edeka: Monopolkommission warnt vor Folgen für Wettbewerb

Angesichts der geplanten Übernahme von 178 Tegut-Filialen durch Edeka warnt die Monopolkommission vor den möglichen Folgen für den Wettbewerb. "Die Behörden werden jetzt noch intensiver darauf achten müssen, dass die großen Vier die Preise nicht hochtreiben oder Innovationen verhindern", erklärte der Chef der Monopolkommission, Tomaso Duso, am Mittwoch mit Blick auf die vier großen Einzelhändler Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Dem Bundeskartellamt zufolge fallen bereits jetzt mehr als 90 Prozent der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf die vier Unternehmen.

Textgröße ändern: