Deutsche Tageszeitung - US-Regierung will härter gegen Kinderarbeit durchgreifen

US-Regierung will härter gegen Kinderarbeit durchgreifen


US-Regierung will härter gegen Kinderarbeit durchgreifen
US-Regierung will härter gegen Kinderarbeit durchgreifen / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die US-Regierung will angesichts eines "alarmierenden" Anstiegs von Kinderarbeit in dem Land härter durchgreifen. "Dies ist kein Problem des 19. Jahrhunderts - dies ist ein Problem von heute", erklärte US-Arbeitsminister Marty Walsh am Montag (Ortszeit). Den Angaben zufolge ist die Zahl der illegal beschäftigten Minderjährigen in den USA seit 2018 um zwei Drittel gestiegen.

Textgröße ändern:

Im vergangenen Rechnungsjahr identifizierte das Arbeitsministerium 835 Unternehmen, die 3800 Minderjährige unter Verstoß gegen das Gesetz beschäftigten. Zudem stellte es einen Anstieg von 26 Prozent bei minderjährigen Beschäftigten fest, die "speziell für gefährliche Tätigkeiten eingestellt wurden". Dies seien "alarmierende Trends", sagte ein hochrangiger Verwaltungsbeamter vor Journalisten.

Um den Anstieg einzudämmen, soll eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Arbeitsministeriums und des Ministeriums für Gesundheit und Soziales - das auch für in den USA ankommende unbegleitete Minderjährige zuständig ist - versuchen, den Informationsaustausch zwischen den beiden Behörden zu verbessern. Parallel dazu will sich das Arbeitsministerium auf eine bessere Durchsetzung bestehender Gesetze konzentrieren.

Zudem sollen Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn bei Auftragnehmern und Zeitarbeitsfirmen Kinderarbeit festgestellt wird. Allzu oft "schauen die Unternehmen weg" und machten Personalvermittlungsagenturen, Subunternehmer oder Zulieferer verantwortlich, sagte Arbeitsminister Walsh.

Nach den geltenden Gesetzen beträgt die Höchststrafe für Verstöße gegen das Kinderarbeitsgesetz in den USA 15.138 Dollar (rund 14.300 Euro). Laut Arbeitsministerium ist das "nicht hoch genug, um große profitable Unternehmen abzuschrecken".

In den USA dürfen Kinder bereits ab 14 Jahren arbeiten. Bis sie 16 sind, ist allerdings nur eine begrenzte Zahl an Arbeitsstunden erlaubt, damit sie weiterhin zur Schule gehen können.

Die "New York Times" hatte am Wochenende über eine zunehmende Anzahl von minderjährigen Migranten in den USA berichtet, von denen einige bereits mit nur zwölf Jahren in Autofabriken, auf Baustellen oder für Lieferdienste arbeiten.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Kfz-Haftpflicht: 7,4 Millionen Autofahrer werden in höhere Typklasse eingestuft

Die Versicherungsbranche hat für zahlreiche Automodelle neue Typklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung festgelegt, wovon mehr als zwölf Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer betroffen sind. Rund 7,4 Millionen von ihnen werden in eine höhere Typklasse eingestuft und rund 5,1 Millionen in eine niedrigere, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mitteilte. Für die übrigen fast 30 Millionen Autofahrer ändere sich in der Einstufung nichts, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Ostbeauftragte fordert Finanzausgleich bei Einnahmen aus Erbschaftsteuer

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat angesichts der ungleichen Verteilung von Vermögen in Ost und West einen Finanzausgleich bei den Einnahmen aus der Erbschaftsteuer ins Spiel gebracht. Zunächst müssten große Vermögen und auch Erbschaften stärker besteuert werden, "damit wir letztendlich mehr Geld im System haben", sagte sie am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

BUND kritisiert mögliche Preiserhöhung von Deutschlandticket als inakzeptabel

Die Umweltschutzorganisation BUND hat eine mögliche Preiserhöhung des Deutschlandtickets als inakzeptabel kritisiert. "Die Ankündigung einer erneuten Preiserhöhung kommt zur Unzeit", erklärte der Leiter Verkehrspolitik beim BUND, Jens Hilgenberg, am Mittwoch. "Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimacht, es aber nicht schafft, das Deutschlandticket zumindest preisstabil zu halten."

Sparkurs bei VW: Gespräch über 2024 vereinbarte Investitions- und Produktzusagen

Im Streit um den Sparkurs bei Volkswagen treffen sich am Mittwoch Vertreterinnen und Vertreter von IG Metall, Betriebsrat und Management zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch. Der Konzernvorstand soll laut IG Metall "endlich Farbe bekennen" und beantworten, ob er zu seinen Ende 2024 vereinbarten Investitions- und Produktzusagen steht. Daran seien in den letzten Betriebsversammlungen "erhebliche Zweifel" aufgekommen.

Textgröße ändern: