Deutsche Tageszeitung - Unionsfraktionsvize Lange fordert "rote Karte" für Bahn-Chef Lutz

Unionsfraktionsvize Lange fordert "rote Karte" für Bahn-Chef Lutz


Unionsfraktionsvize Lange fordert "rote Karte" für Bahn-Chef Lutz
Unionsfraktionsvize Lange fordert "rote Karte" für Bahn-Chef Lutz / Foto: © AFP

Angesichts der schlechten Pünktlichkeitswerte der Deutschen Bahn (DB) und der Probleme während der Fußball-Europameisterschaft fordert der Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) personelle Konsequenzen für den Vorstand des Konzerns. Bahn-Chef Richard Lutz und sein Vorstand könnten nicht einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen, sagte Lange der "Augsburger Allgemeinen" vom Mittwoch. "In der Sprache des Fußballs gesprochen, müssten einige Vorstandsmitglieder jetzt vom Platz gestellt werden". Die Rote Karte gelte auch für Bahn-Chef Lutz.

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"Die Bahn ist keine Visitenkarte für Deutschland", sagte Lange der Zeitung weiter. "Wir haben massive Probleme beim Management der Baustellen, bei Information und Service", kritisierte er. Die anhaltende Serie aus Pleiten, Pech und Pannen könne nur auf fehlende Investitionen geschoben werden, sondern sei auch ein Managementproblem.

Auch der SPD-Fraktionsvize Detlef Müller deutete Kritik am Management der DB an: Der Bund stelle für die anstehenden Korridorsanierungen auf dem Schienennetz Milliardenbeträge bereit - "die Bahn muss die Mittel erfolgreich verbauen, damit die Zuverlässigkeit im Netz wieder steigt", sagte er der "Rheinischen Post". Der Konzern müsse "klare Verbesserungen bei der Infrastruktur und dem Betrieb konsequent voranbringen".

Mit Blick auf die EM sagte Müller: "Die Verspätungen sind ein großes Ärgernis. Die Fahrgäste erwarten zurecht pünktliche und funktionierende Züge." Allerdings sei der Juni auch durch externe Faktoren wie die Flutschäden an den Bahnstrecken und zusätzliche Fahrgäste aufgrund der EM sicherlich kein gewöhnlicher Monat gewesen.

Der Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, sagte der "Augsburger Allgemeinen", das Pünktlichkeitsziel von 70 Prozent in diesem Jahr sei nicht mehr zu erreichen. "Bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr liegen wir im Juni bei etwa 55 Prozent, das hatte auch mit den Unwettern und Überschwemmungen zu tun." Um die angepeilten 70 Prozent im Gesamtjahr zu erreichen, müsste die DB in den kommenden Monaten bis Jahresende deutlich bessere Werte um 77 Prozent erreichen, um den Rückstand aufzuholen. "Das wird nicht zu schaffen sein." Im zweiten Halbjahr kämen neue Baustellen hinzu, die für weitere Verspätungen im Zugverkehr sorgen würden.

(A.Nikiforov--DTZ)

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