Deutsche Tageszeitung - Tod eines Nigerianers in der Schweiz: Gericht bestätigt Freispruch für Polizisten

Tod eines Nigerianers in der Schweiz: Gericht bestätigt Freispruch für Polizisten


Tod eines Nigerianers in der Schweiz: Gericht bestätigt Freispruch für Polizisten
Tod eines Nigerianers in der Schweiz: Gericht bestätigt Freispruch für Polizisten / Foto: © AFP/Archiv

Der Fall erinnert an den Tod des Schwarzen George Floyd in den USA: Ein Schweizer Berufungsgericht hat am Montag den Freispruch von sechs Polizisten nach dem Tod eines Nigerianers im Jahr 2018 bestätigt. Nach einer dreitägigen Anhörung folgten die Richter in Renens bei Lausanne dem Urteil der Vorinstanz und sprachen die Beamten vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei.

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Der damals 39-jährige Mike Ben Peter hatte sich in Lausanne im Westen der Schweiz einer Drogenkontrolle widersetzt und war infolge der gewaltsamen Festnahme gestorben. Dabei hatten die Polizisten den auf dem Bauch liegenden Mann zu Boden gedrückt. Einige Stunden später war Ben Peter im Krankenhaus an einem Herzinfarkt gestorben.

Der Tod des Nigerianers hatte zunächst wenig Beachtung gefunden. Infolge des weltweiten Aufschreis über den Tod des Schwarzen Floyd im Mai 2020 durch die Polizei in Minneapolis war auch der Schweizer Fall stärker ins Rampenlicht gerückt. Floyds Fall hatte vor allem in den USA für massive Proteste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze gesorgt.

In Ben Peters Fall hatte ein Gericht in Lausanne während des ersten Prozesses im Juni des vergangenen Jahres entschieden, dass die sechs in den Vorfall verwickelten Polizisten nicht der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden werden können. Auch die Staatsanwaltschaft ließ ihre Anklage fallen und berief sich dabei insbesondere auf forensische Analysen, denen zufolge nicht mit Sicherheit belegt werden konnte, dass der Nigerianer durch den Polizeieinsatz gestorben war.

Diese Einschätzung wurde nun auch von höherer Instanz bestätigt. Die Polizisten wurden zudem vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen, den der Anwalt der Familien von Ben Peter erhoben hatte.

Wie bereits nach der ersten Urteilsverkündung versammelten sich auch am Montag dutzende Menschen zum spontanen Protest vor dem Gerichtsgebäude in Renens. Sie riefen zu einer großen Demonstration gegen Polizeigewalt am Samstag in Lausanne auf.

(M.Dorokhin--DTZ)

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