Deutsche Tageszeitung - Chinas Exporte vor Amtsantritt Trumps auf Rekordwert

Chinas Exporte vor Amtsantritt Trumps auf Rekordwert


Chinas Exporte vor Amtsantritt Trumps auf Rekordwert
Chinas Exporte vor Amtsantritt Trumps auf Rekordwert / Foto: © AFP/Archiv

Exportweltmeister China hat mit seinen Ausfuhren im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht - wohl auch dank eines Vorzieheffekts: Offenbar aus Furcht vor den vom künftigen US-Präsidenten Donald Trump angekündigten hohen Zöllen stiegen die Ausfuhren der Volksrepublik Ende 2024 besonders stark. Im gesamten vergangenen Jahr erreichte die Summe der Exporte nach Angaben des chinesischen Zolls umgerechnet rund 3,4 Billionen Euro. Auch die Importe legten leicht zu.

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Ein Sprecher des chinesischen Zolls teilte am Montag vor Journalisten in Peking mit, der Wert der Exporte habe "erstmals 25 Billionen Yuan überschritten". Mit 25,45 Billionen Yuan liege dieser Wert 7,1 Prozent über dem des Vorjahrs. Im Dezember legten die Ausfuhren demnach sogar um 10,7 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Trump war Anfang November gewählt worden und hat angekündigt, die Zölle auf alle Waren aus China auf 60 Prozent zu erhöhen. Er tritt sein Amt am kommenden Montag an.

Die Waren, die China aus aller Welt importierte, erreichten im vergangenen Jahr einen Wert von 18,39 Billionen Yuan (2,39 Billionen Euro), wie der Zoll weiter mitteilte. Das waren demnach 2,3 Prozent mehr als im Jahr 2023.

Insgesamt wuchs der Außenhandel damit um fünf Prozent auf einen neuen Rekordwert von umgerechnet 43,85 Billionen Yuan, wie der Vizechef des chinesischen Zolls, Wang Lingjun, betonte. "Die Position Chinas als Handelsweltmeister ist noch sicherer geworden."

Doch angesichts der angedrohten hohen Zölle in den USA "dürften sich Chinas Exporte später im Jahr abschwächen", erklärte Analyst Zichun Huang von Capital Economics. Dazu kommt eine eher schwache Binnennachfrage und die anhaltende Krise auf dem Immobilienmarkt. Die Führung in Peking hat daher bereits eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um die Konjunktur zu stärken, darunter Zinssenkungen und die Möglichkeit für Regionalregierungen, höhere Schulden zu machen.

Präsident Xi Jinping hat als Ziel für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2024 "rund fünf Prozent" ausgegeben und sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, dass dieser Wert auch erreicht werde. Diese Woche teilt die Regierung die Zahl mit. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem Plus von 4,8 Prozent und im laufenden Jahr mit 4,5 Prozent. Sollten "wichtige Reformen" ausbleiben, könnte dieser Wert laut IWF auch unter vier Prozent fallen.

Die vom chinesischen Zoll veröffentlichten Zahlen zeigen auch einen neuen Rekord im Handel mit Russland. Der Außenhandel insgesamt stieg im Wert von umgerechnet rund 235,4 Milliarden Euro auf 239,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2023 war der Außenhandel zwischen den beiden Ländern stark um rund 26 Prozent gewachsen. Die wirtschaftlichen und politischen Bande zwischen Peking und Moskau haben sich seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und den Sanktionen des Westens vertieft.

(V.Sørensen--DTZ)

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