Deutsche Tageszeitung - Flugstrecke Frankfurt-New York: Brüssel wirft Lufthansa unfairen Wettbewerb vor

Flugstrecke Frankfurt-New York: Brüssel wirft Lufthansa unfairen Wettbewerb vor


Flugstrecke Frankfurt-New York: Brüssel wirft Lufthansa unfairen Wettbewerb vor
Flugstrecke Frankfurt-New York: Brüssel wirft Lufthansa unfairen Wettbewerb vor / Foto: © AFP/Archiv

Die Lufthansa verstößt auf der Flugstrecke zwischen Frankfurt am Main und New York nach Einschätzung der EU-Kommission gegen europäisches Wettbewerbsrecht. Brüssel wies die Fluggesellschaft am Mittwoch an, bestimmte Start- und Landegelegenheiten am Frankfurter Flughafen an den Konkurrenten Condor abzutreten. Eine solche Regelung gab es in den vergangenen Jahren bereits, sie war aber im August 2024 ausgelaufen.

Textgröße ändern:

Auf der Strecke zwischen Frankfurt am Main und New York arbeitet die Lufthansa seit 2013 mit den Fluggesellschaften Air Canada und United zusammen. Die drei Unternehmen sprechen Preise und Flugpläne untereinander ab. Diese Zusammenarbeit beschränkt nach Einschätzung aus Brüssel den Wettbewerb und treibt damit die Preise in die Höhe.

Die Kommission hatte 2013 deshalb Ausgleichsmaßnahmen angeordnet. Die Lufthansa musste unter anderem Anschlussverbindungen auf den Kurzstrecken von und nach Frankfurt an Condor abgeben, um die Stellung des Konkurrenten zu verbessern. Diese Vorgaben waren zehn Jahre lang verbindlich, anschließend galten Übergangsregelungen, die seit Dezember außer Kraft sind.

Die Wettbewerbssituation hat sich nach Einschätzung der Kommission allerdings nicht geändert. Brüssel äußerte "Bedenken, dass Condor ohne die Übergangsregelungen nicht mehr in der Lage sein könnte, die Strecke Frankfurt-New York wirtschaftlich zu betreiben, und somit vom Markt verdrängt werden könnte". Sie forderte die Unternehmen auf, die Ausgleichsmaßnahmen wieder einzusetzen. Ansonsten drohe "ein schwerer und nicht wieder gutzumachender Schaden für den Wettbewerb".

Auch im Rahmen der Übernahme der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways musste die Lufthansa auf Druck der EU-Kommission Start- und Landegelegenheiten an die Konkurrenz abtreten. Brüssel hatte unter diesen Bedingungen grünes Licht für die Übernahme gegeben, die noch in dieser Woche vollzogen werden soll.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Nach Angriff auf Pipeline in Saudi-Arabien: Irak entdeckt Drohnen-Startvorrichtung nahe Iran

Nach Drohnenangriffen auf eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien hat die irakische Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden. Zwei Vertreter der irakischen Sicherheitsbehörden teilten der Nachrichtenagentur AFP am Samstag mit, die Startvorrichtungen für Drohnen seien in der entlegenen Region al-Tib in der südirakischen Provinz Missan entdeckt worden. Der Irak schloss daraufhin drei Grenzübergänge zu dem Nachbarland.

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Raketen ab

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Die Raketen seien am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in der Region der nordkoreanischen Stadt Wonsan gestartet und rund 250 Kilometer weit geflogen, erklärte der südkoreanische Generalstab. Südkorea und die USA hätten sich über die Raketenstarts ausgetauscht und auch Japan informiert.

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Textgröße ändern: