Deutsche Tageszeitung - EY: Dax-Konzerne stehen weiter vor schwierigen Zeiten

EY: Dax-Konzerne stehen weiter vor schwierigen Zeiten


EY: Dax-Konzerne stehen weiter vor schwierigen Zeiten
EY: Dax-Konzerne stehen weiter vor schwierigen Zeiten / Foto: © AFP/Archiv

Die größten börsennotierte Unternehmen in Deutschland stehen angesichts der schwächelnden Konjunktur und geopolitischen Unsicherheiten erneut vor einem schwierigen Jahr. "Große Umsatz- oder Gewinnsprünge sind im laufenden Jahr eher nicht zu erwarten", erklärte Jan Brorhilker, Experte beim Beratungsunternehmen EY in Stuttgart. Das Finanzpaket von Union und SPD könne Firmen zwar einen Schub verleihen, bis auf weiteres sei aber mit Maßnahmen zur Kostensenkung zu rechnen.

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Im vergangenen Jahr sah EY bei den Dax-Konzernen "Licht und Schatten". Die schwächelnde Konjunktur erfasste demnach immer mehr der deutschen Top-Unternehmen. Dennoch konnten die Konzerne im deutschen Leitindex 2024 ihren Gewinn insgesamt um 4,2 Prozent steigern. Der Umsatz kletterte um 0,3 Prozent und lag damit unter der Inflationsrate. Getrieben wurden die positiven Ergebnisse insbesondere von einem starken Schlussquartal.

23 Unternehmen verzeichneten 2024 ein Umsatzplus, ebenso viele konnten ihren Gewinn steigern. Das stärkste Umsatzplus meldeten der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines und das Rüstungsunternehmen Rheinmetall mit 38 Prozent und 36 Prozent Wachstum.

Gerade Industrieunternehmen haben laut EY ein schwieriges Jahr hinter sich. Die anhaltende Wachstumsflaute und geringe Investitionsbereitschaft in Europa, ein steigender internationaler Wettbewerbsdruck und "die Schwäche auf dem chinesischen Absatzmarkt führten dazu, dass etliche Konzerne massiv unter Druck gerieten", erklärte der Vorsitzende der EY-Geschäftsführung, Henrik Ahlers. Dass dennoch viele Firmen ihre Umsätze steigern konnten, sei ein "kleiner Erfolg".

Wie bereits im Vorjahr liefen die Geschäfte in Europa vergleichsweise gut. Hier gab es beim Umsatz ein Plus von 2,3 Prozent, in Nordamerika war das Wachstum mit 0,4 Prozent deutlich geringer. In Asien schrumpften der Umsatz deutlich um 8,2 Prozent. Besonders schwach entwickelten sich im vergangenen Jahr die Unternehmen der Automobilindustrie.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump haben die Unsicherheiten den Experten zufolge nochmal zugenommen. Ahlers sieht darin jedoch auch eine Chance für Europa, sich "auf die eigenen Stärken zu besinnen". Dabei hofft er auf einen Einfluss durch das milliardenschwere Finanzpaket von Union und SPD. "Das Finanzpaket hat grundsätzlich das Potenzial, für einen deutlichen Wachstumsschub in Deutschland zu sorgen", erklärte Ahlers. Mit kurzfristigen Auswirkungen rechnet er aber nicht. Zunächst würden Unternehmen weiter Kosten senken, um sich für den Gegenwind zu wappnen.

(W.Uljanov--DTZ)

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