Deutsche Tageszeitung - IMK-Forscher senken Wachstumsprognose für 2025 - sehen aber Erholung

IMK-Forscher senken Wachstumsprognose für 2025 - sehen aber Erholung


IMK-Forscher senken Wachstumsprognose für 2025 - sehen aber Erholung
IMK-Forscher senken Wachstumsprognose für 2025 - sehen aber Erholung / Foto: © AFP/Archiv

Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung haben ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr gesenkt. Sie erwarten nun eine um 0,1 Prozent schrumpfende Wirtschaft, zuvor waren sie von einem Plus um 0,1 Prozent ausgegangen. Im Laufe des Jahres werde sich das Blatt jedoch langsam wenden, kommendes Jahr sei dann auch wegen des Finanzpakets von Union und SPD eine "deutliche Erholung" zu sehen.

Textgröße ändern:

Einfluss auf die gesenkte Prognose für das laufende Jahr hatte den Angaben zufolge die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Winter. "Im Verlauf des Jahres, wenn die Investitionen langsam anlaufen, nimmt die Dynamik aber zu", erklärten die Forschenden. 2026 dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) den Angaben nach um 1,7 Prozent wachsen.

Einfluss auf diese Prognose hat demnach auch das von Union und SPD auf den Weg gebrachte und mittlerweile beschlossene Sondervermögen für die Infrastruktur in Höhe von 500 Milliarden Euro. "Fest steht: Ohne die jetzt absehbare Kurswende bei den Investitionen, die Einigung mit den Grünen und die Zustimmung im Bundesrat wäre unsere Vorhersage für 2026 deutlich niedriger ausgefallen", erklärte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK.

Mit dem Finanzpaket seien die Karten "neu gemischt" worden. Sollten die Investitionen wie geplant umgesetzt werden, könnten sie der Wirtschaft in Deutschland "den seit Längerem erforderlichen Nachfrageschub zur Überwindung der Stagnation liefern", erklärte Dullien.

Auch wenn die Ausgaben zunächst langsam anlaufen dürften, rechnen die Forschenden bereits ab dem zweiten Quartal mit einer einsetzenden Erholung. 2026 gehen sie von Investitionen in Höhe von 29 Milliarden Euro aus. Ein "Selbstläufer" sei das Programm jedoch nicht. "Es ist zentral, dass die Politik Vertrauen schafft und sichert, dass das viele Geld effektiv in die wirklich vordringlichen Projekte investiert wird", erklärte Dullien. Er forderte die kommende Regierung unter anderem auf, Planungsverfahren zu straffen und Behörden zu digitalisieren.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Drohender Streik: Micron will Beschäftigten in Taiwan bis zu 68 Monatsgehälter zahlen

Angesichts eines drohenden Streiks will der US-Chiphersteller Micron Technology seinen Beschäftigten in Taiwan bis zu 68 Monatsgehälter extra auszahlen. Die "Mindestzahlung" in bar betrage 1,7 Millionen Taiwan-Dollar (rund 46.200 Euro), teilte Micron am Freitag mit. Das Unternehmen produziert 50 bis 60 Prozent seiner Mikrochips in Taiwan und hat dort rund 15.000 Beschäftigte.

Italienische Politikerin und Feministin Emma Bonino gestorben

Die italienische Politikerin und Feministin Emma Bonino ist tot. Sie starb im Alter von 78 Jahren, wie die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag im Onlinedienst Facebook bekannt gab. Bonino war früher EU-Kommissarin und Außenministerin Italiens, ist vor allem aber als Feministin bekannt. Sie kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und genoss in der gesamten politischen Landschaft Respekt.

Erstmals mehr als sechs Dollar pro Gallone: US-Dieselpreis auf neuem Höchststand

Der Dieselpreis in den USA hat einen neuen Höchststand erreicht: Nach Angaben des Automobilclubs AAA vom Freitag lag er erstmals über sechs Dollar pro Gallone (5,22 Euro für 3,8 Liter). Vor einem Jahr hatten Landwirte und Spediteure noch 3,71 Dollar pro Gallone bezahlt. Diesel wird in den USA überwiegend in Nutzfahrzeugen getankt.

Bas sieht Aus für "Rente mit 63" kritisch - und bekennt sich zu Reform

In der Debatte um die Reform der Alterssicherungssysteme hat sich Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) erneut kritisch zu einer Abschaffung der so genannten "Rente mit 63" geäußert. In der Bundestagsdebatte über ihren Etat sagte Bas am Freitag, sie wolle den Menschen, "die gerade Angst haben", dass die Rente für besonders langjährig Beschäftigte abgeschafft wird, sagen: "Es wird einen Vertrauensschutz geben, darauf können sich alle verlassen."

Textgröße ändern: