Deutsche Tageszeitung - Bewährungsstrafe nach German-Pellets-Insolvenz in Mecklenburg-Vorpommern

Bewährungsstrafe nach German-Pellets-Insolvenz in Mecklenburg-Vorpommern


Bewährungsstrafe nach German-Pellets-Insolvenz in Mecklenburg-Vorpommern
Bewährungsstrafe nach German-Pellets-Insolvenz in Mecklenburg-Vorpommern / Foto: © AFP/Archiv

Neun Jahre nach der Insolvenz des Holzpelletsherstellers German Pellets in Wismar hat das Landgericht Schwerin den ehemaligen Haupteigentümer und Geschäftsführer Peter Horst L. zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das Gericht in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns sprach den 68-jährigen Unternehmer am Freitag wegen Insolvenzverschleppung und teilweise schweren Betrugs in drei Fällen schuldig.

Textgröße ändern:

Laut Urteil hatte der Angeklagte die Insolvenz erst Anfang Februar 2016 angemeldet, obwohl das Unternehmen bereits seit Anfang Dezember 2015 überschuldet war. Weiter verkaufte L. in dieser Zeit an 31 private Anleger Genussscheine, wobei er die Überschuldung verschwieg. Zudem soll für ein weiteres Finanzierungsgeschäft Lagerbestände als Sicherheiten eingesetzt haben, die es nicht gab. Den durch die Betrugsfälle entstandenen Schaden bezifferte der Vorsitzende Richter auf gut 2,4 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte L. ursprünglich wegen einer deutlich längeren Insolvenzverschleppung und wegen einer Reihe anderer Straftaten angeklagt. Sie konnten nicht bewiesen werden oder wurden während des Verfahrens im Rahmen einer Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung eingestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

German Pellets war nach Angaben von L.s Anwälten 2015 Weltmarktführer mit 14 Standorten in Europa und den USA sowie einem Umsatz von 750 Millionen Euro. Durch die Insolvenz verloren nach einer Schätzung der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger auch etwa 17.000 Anleger rund 270 Millionen Euro, die in Anleihen von German Pellets investiert hatten.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Digitaler Raum als Gefahr und Chance für Jüngere: Experten legen Betrachtung vor

Der digitale Raum ist aus der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen nicht wegzudenken und birgt zugleich Gefahren und Chancen. Außerdem mangelt es nicht an Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt - Probleme gibt es eher bei Umsetzung und Zuständigkeit. Das sind die wesentlichen Erkenntnisse der zu diesem Thema vom Familienministerium eingesetzten Expertenkommission, die am Montag eine erste Bestandsaufnahme präsentierte.

Ministerin Reiche lädt zu Gespräch über Kerosinversorgung

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) spricht am Montag mit Vertreterinnen und Vertretern der Luftverkehrsbranche über einen möglichen Kerosinmangel in Deutschland infolge des Iran-Kriegs. Zu dem - teils virtuellen - Treffen am frühen Nachmittag eingeladen sind laut Reiches Ministerium Versorger, Flughäfen, Fluggesellschaften und Verbände. Auch ein Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums ist dabei.

Trump: US-Kriegsschiff greift iranischen Frachter im Golf von Oman an

Die US-Marine hat nach Angaben von Präsident Donald Trump ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman beschossen und unter ihre Kontrolle gebracht. Das Schiff habe versucht, die von den USA errichtete Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus zu umgehen, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Merz hält bei Eröffnung der Hannover Messe Plädoyer für Standort Deutschland

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zur Eröffnung der Hannover Messe ein Plädoyer für den Standort Deutschland gehalten und zugleich auf "strukturelle" Defizite hingewiesen. "Als Europas größte Volkswirtschaft und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt stellt Deutschland einen unverzichtbaren Markt für jedes Unternehmen dar", sagte Merz in seiner Rede am Sonntag. Deutschland sei "das wichtigste Tor zum europäischen Binnenmarkt". Investitionen in Deutschland seien "sicher und sie sind wirtschaftlich attraktiv". Zugleich sei klar: "Es geht noch besser. Und es muss auch noch besser geben."

Textgröße ändern: