Deutsche Tageszeitung - Handelsverband: Digitaler Euro darf nicht zu hohen Kosten für Händler führen

Handelsverband: Digitaler Euro darf nicht zu hohen Kosten für Händler führen


Handelsverband: Digitaler Euro darf nicht zu hohen Kosten für Händler führen
Handelsverband: Digitaler Euro darf nicht zu hohen Kosten für Händler führen / Foto: © AFP/Archiv

Der Handel in Deutschland unterstützt die Entwicklung eines digitalen Euros, warnt gleichzeitig aber vor hohen Kosten auf Seite der Einzelhändlerinnen und -händler. "Aktuelle Diskussionen zeigen eine gravierende Schieflage zulasten des Handels", mahnte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Montag in Berlin. Es dürfe kein "Zwangssystem mit Akzeptanzpflicht" entstehen.

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Der digitale Euro könnte zukünftig als zusätzliche Bezahloption neben Bargeld in der gesamten Eurozone eingesetzt werden. Für die Ausgestaltung ist die Europäische Zentralbank (EZB) verantwortlich, die seit November 2023 und während zwei Jahren untersucht, wie das Vorhaben im Detail umgesetzt werden könnte. Der digitale Euro soll allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen und eins zu eins ans Bargeld gekoppelt sein.

Entwürfe sehen nach Darstellung des HDE vor, dass die Händlerseite die Kosten der ausgebenden Stelle, in diesem Fall der EZB, tragen soll. Dieses Interchange-Modell stamme aus dem Kreditkartengeschäft und führe dort seit Jahren zu hohen Kosten für den Handel, erklärte der HDE. Händler zahlen demnach für jede Transaktion ein Entgelt an die Bank des Kunden.

"Dieses Kostensystem ist ineffizient und führt zu einem Wettbewerb um die höchsten Entgelte. Für den digitalen Euro darf dieses Modell keinesfalls übernommen werden", forderte Genth.

Am Montag treffen sich die Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel. Dabei soll es auch um die mögliche Einführung eines digitalen Euros gehen.

(M.Dylatov--DTZ)

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