Deutsche Tageszeitung - Stromnetzentgelte: Bundesnetzagentur prüft Ausweitung auf Stromproduzenten

Stromnetzentgelte: Bundesnetzagentur prüft Ausweitung auf Stromproduzenten


Stromnetzentgelte: Bundesnetzagentur prüft Ausweitung auf Stromproduzenten
Stromnetzentgelte: Bundesnetzagentur prüft Ausweitung auf Stromproduzenten / Foto: © AFP

Die Bundesnetzagentur prüft die Möglichkeit, künftig auch Stromproduzenten an den Kosten für die Übertragungs- und Verteilnetze zu beteiligen. "Wesentlicher Treiber der Kosten im Netz ist der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung", erklärte die Bonner Behörde am Montag. "Gleichzeitig sind in Deutschland für die Stromeinspeisung keine Netzentgelte zu entrichten." Lediglich der Endverbraucher von elektrischer Energie werde zur Kasse gebeten.

Textgröße ändern:

"Wir müssen das System reformieren, nach dem Netzentgelte erhoben werden", erklärte Netzagentur-Chef Klaus Müller. Für diese Reform machte die Behörde nun erste Vorschläge. Ein zentraler Punkt dabei ist, dass die Kosten "auf mehr Schultern veteilt" werden müssten. Stromproduzenten bei der Einspeisung ins Netz über ein einspeiseabhängiges oder ein pauschales Entgelt an den Netzkosten zu beteiligen, liege da nahe.

Die Netzagentur will außerdem die Einführung weiterer Netzentgeltkomponenten prüfen. "Der Verbrauch wird mit Entgelten belastet, obwohl er nicht der wesentliche Kostentreiber ist", erklärte sie. "Ein zusätzlicher pauschaler Grundpreis könnte die Kosten sachgerechter reflektieren." Auch eine Bepreisung der bestellten Netzanschlusskapazität wäre eine Möglichkeit.

Zudem spricht sich die Bundesnetzagentur für flexiblere Netzentgelte aus. Denn wenn der Strom in Zeiten besonders starker Netzauslastung teurer ist, würde dies zu einer besseren Verteilung beitragen. Allerdings brauche es dafür eine "nahezu vollständige Digitalisierung von Netz und Netznutzern", schränkt die Behörde ein. Die technischen Voraussetzungen seien bislang nicht gegeben.

Die Bundesnetzagentur stellt nun zunächst ein "Diskussionspapier" mit Vorschlägen für eine Reform vor. Bis Ende Juni können beteiligte Akteure nun Stellungnahmen abgeben. Anschließend will die Behörde einen konkreten Entwurf für eine Neuregulierung vorlegen.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Bundesregierung sucht nach Scheitern von FCAS Kampfjet-Alternative

Nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS sucht die Bundesregierung nach einer Alternative. Eine der Optionen könnte eine neue Allianz aus acht Rüstungsunternehmen um den Hersteller Airbus sein, die gemeinsam einen europäischen Kampfjet entwickeln wollen. Ein entsprechendes Positionspapier reichte das Bündnis "Team Gen 6" nach Angaben eines Sprechers vom Dienstag beim Bundesverteidigungsministerium ein. Das Scheitern von FCAS stieß derweil auch am Dienstag auf teils heftige Kritik.

Nasa: Italiener Parmitano nimmt an erster Europäer an Artemis-Mission teil

Der italienische Astronaut Luca Parmitano nimmt als erster Europäer an einem Artemis-Flug der Nasa teil. Die US-Raumfahrtbehörde stellte Parmitano am Dienstag in Houston als Crewmitglied der Mission Artemis 3 vor, die in der Erdumlaufbahn Tests für eine spätere Mondlandung ausführen soll. "Thank you, grazie", sagte der 49-jährige Parmitano zum Dank auf Englisch und Italienisch.

Vor Spitzentreffen mit Sozialpartnern: Merz wirft SPD Blockade vor

Blockadevorwürfe von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen die SPD könnten das geplante Treffen der Koalitionsspitzen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften belasten. Laut einem Bericht der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe) warf Merz dem Koalitionspartner vor, beim Infrastrukturzukunftsgesetz zur Beschleunigung großer Bauvorhaben zu bremsen. Vertreter von Union und SPD beschworen vor dem Treffen im Kanzleramt die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten.

Chatbots auf Whatsapp: EU-Kommission ordnet gleiches Recht für alle Anbieter an

Im Verfahren um KI-Chatbots auf Whatsapp hat die EU-Kommission den Mutterkonzern Meta verpflichtet, konkurrierenden Anbietern gleiche Chancen wie dem hauseigenen Chatbot einzuräumen. Meta müsse seine Gebühr für andere KI-Anbieter wieder abschaffen, teilte die Kommission am Dienstag mit. Der Whatsapp-Mutterkonzern hat demnach fünf Werktage Zeit für die Änderungen, ansonsten droht ein Bußgeld.

Textgröße ändern: